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Verbraucherzentrale warnt vor neuer Spam-Welle : Dubiose Rechnungen im Postfach

vom

Vorsicht Abzocke: Eine Welle von E-Mails einer Apps World Ltd. schwappt derzeit durch Deutschland. Dem Empfänger wird mitgeteilt, er habe sich über das WAP-Portal via Mobiltelefon beim Anbieter angemeldet.

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2011 | 07:43 Uhr

Eine Welle von E-Mails einer Apps World Ltd. schwappt derzeit durch Deutschland. Dem Empfänger wird mitgeteilt, er habe sich über das WAP-Portal via Mobiltelefon beim Anbieter angemeldet, informiert die Verbraucherzentrale Hessen. Für den "All App Zugang Lifetime Update" sollen 39 Euro innerhalb von fünf Tagen auf ein Konto bei der Wirecard Bank eingezahlt werden. Für ein zweijähriges Abonnement beispielsweise auf den Seiten myappsland.com, my-appsland.de oder www.top-apps24.com werden bis zu 96 Euro verlangt. Das persönliche Nutzerprofil und die IP-Adresse seien gespeichert worden, heißt es in der Mail. Sowohl die Apps World Ltd. als auch die xXx Adult Ltd. sitzen angeblich in der Arcadia Avenue 34 in London. Im Impressum der Seite top-apps24.com ist eine R.A.S.T. GmbH mit Sitz auf den Seychellen angegeben. Doch tatsächlich führe die Recherche nach den Domain inhabern offenbar nach Hannover, so die Verbraucherschützer.

Alle Rechnungsempfänger, die sich mit der Bitte um Hilfe an die Verbraucherzentrale Hessen gewandt haben, hätten glaubwürdig versichert, keine dieser Webseiten genutzt zu haben. Insofern können sie auch keinen Vertrag geschlossen haben, der eine Kostenpflicht auslöst. Viele Betroffene verfügten nicht einmal über ein Smartphone, das die Nutzung von "Apps" erlauben würde.

Zu den neueren Abofallen im Internet zählt derzeit das Moogu-Dienst Postfach von moogu-dienst.com. Hier sollen rund 60 Euro auf ein Konto der Wirecard Bank überwiesen werden und - um die Ernsthaftigkeit der Mahnung zu unterstreichen - wird gleich mitgeteilt, dass gegen den Verbraucher eine Strafanzeige "in Auftrag" gegeben worden sei und der Inhalt des Rechners als Beweismittel sichergestellt werde. Absender der Mails ist eine Mobile Solutions Wieczorek und Partner Ltd.. Dass diese ihren Sitz ebenfalls in der Londoner Arcadia Avenue 34 hat, dürfte sicherlich kein Zufall sein, so die Verbraucherzentrale.

"Betroffene Verbraucher sollten den offensichtlich unbegründeten Zahlungsaufforderungen auf keinen Fall Folge leisten und sich auch nicht von der dreisten Drohkulisse beeindrucken lassen, die hier aufgebaut wird", empfiehlt Peter Lassek, Referent für Verbraucherrecht und -politik bei der Verbraucherzentrale Hessen. "Sollte sich wider Erwarten etwa ein Inkassobüro oder ein Rechtsanwalt mit der Durchsetzung der Forderung zu Wort melden, empfiehlt es sich sicherheitshalber, diesem gegenüber jegliche Ansprüche, die im Zusammenhang mit den angeblich abgeschlossenen Verträgen entstanden sein sollen, entschieden zurückzuweisen", so Lassek weiter. Hierzu kann auch der Musterbrief auf verbraucher.de/telekomm zur Abwehr unberechtigter Forderungen verwendet werden, den die Verbraucherzentrale auf ihrer Webseite zur Verfügung stellt. In jedem Fall muss man reagieren, wenn ein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt wird. Gegen diesen kann binnen einer Frist von zwei Wochen Widerspruch eingelegt werden. Dazu kommt es jedoch in der Regel nicht.


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