zur Navigation springen
Ratgeber

18. November 2017 | 17:14 Uhr

Doppelsonne zeigt „Sternfinsternisse“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sonne, Mond und Sterne im November 2014: Die Nächte werden länger – und damit auch die Zeit, um Sterne beobachten zu können

svz.de von
erstellt am 31.Okt.2014 | 17:23 Uhr

In der im November früh einsetzenden Dunkelheit kann tief im Südwesten noch Mars erspäht werden. Der Rote Planet wandert durch das Sternbild Schütze und zieht am 11. des Monats nördlich am Stern Nunki vorbei. Bald nach 19 Uhr verschlucken ihn die dichten Dunstschichten am Horizont. Nach Untergang des Mars bleibt der Sternenhimmel ohne helle Planeten, bis im Osten der Jupiter auftaucht, der allmählich zum Planeten der gesamten Nacht wird. Anfang November geht der Riesenplanet kurz vor Mitternacht auf, zu Monatsende erscheint er bereits wenige Minuten nach 22 Uhr.

Jupiter zieht seine Bahn durch das Sternbild Löwe und nähert sich dessen Hauptstern Regulus. Am 14. gesellt sich zu Jupiter und Regulus der abnehmende Halbmond. Das Dreigestirn bietet einen reizvollen Himmelsanblick in der zweiten Nachthälfte am Osthimmel.

Der flinke Merkur kann in der ersten Novemberhälfte am Morgenhimmel gesehen werden. Es ist die günstigste Morgensichtbarkeit des gesamten Jahres. Besonders leicht ist der sonnennächste Planet in den ersten zehn Tagen zwischen 6 und 6.30 Uhr zu sehen, bis er in der zunehmenden Morgenhelle verblasst. Unter guten Sichtbedingungen lässt sich Merkur bis zur Monatsmitte beobachten. Am 5. passiert Merkur den Jungfrau-Hauptstern Spica etwa vier Grad nördlich.

Vollmond wird am 6. November um 23.23 Uhr erreicht, wobei die hellglänzende Mondkugel im Sternbild Widder steht. In der Nacht vom 8. auf den 9. passiert der abnehmende Mond den Sternhaufen der Hyaden im Stier und zieht knapp nördlich am rötlichen Aldebaran vorbei. Am 22. tritt um 13.32 Uhr die Neumondphase ein. Zweimal kommt der Mond in Erdnähe: Am 3. trennen ihn 367 880 Kilometer von uns und am 28. sind es 369 830 Kilometer. Mit 404 340 Kilometer Distanz befindet sich unser Nachbar im All am 15. in Erdferne. Vom 6. November an erscheinen die Meteore des Leonidenstromes. Sie sind in den Morgenstunden zu sehen. Die Sternschnuppen scheinen dem Sternbild Löwe zu entspringen und flitzen in alle Himmelsrichtungen.

Der Höhepunkt der Leonidentätigkeit ist in der Nacht vom 17. auf den 18. zu erwarten. Es handelt sich um sehr schnelle Sternschnuppen mit Geschwindigkeiten um 70 Kilometer pro Sekunde. Dies erklärt sich durch die Tatsache, dass der Leonidenschwarm uns entgegen kommt.

Das Erscheinen der Leoniden geht auf den Kometen 55P/Temple-Tuttle zurück, der seine abgesplitterten Trümmer entlang seiner Bahn verstreut hat. Nur alle 33 Jahre rast die Erde durch das Zentrum der Leoniden-Trümmerwolke. In diesem Jahr ist dabei mit einer eher bescheidenen Aktivität zu rechnen. Während in den Jahren 2002 und 2003 pro Stunde fast 3000 Sternschnuppen aufflammten, sind diesmal nur etwa 15 Meteore pro Stunde zu erwarten.

Da es jetzt bald dunkel wird, kann man in den frühen Abendstunden noch das Sommerdreieck am Westhimmel sehen. Es setzt sich aus den drei hellen Sternen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler zusammen. Beobachtet man gegen 22 Uhr den Fixsternhimmel, so zeigt er eindeutig herbstlichen Charakter. Hoch im Süden ist das Pegasusquadrat zu sehen, auch Herbstviereck genannt. Fast im Zenit steht das Himmels-W, die Königin Kassiopeia. Die mittlere Spitze deutet in etwa auf den Polarstern, um den sich das Himmelsgewölbe dreht.

Ebenfalls in Zenitnähe hält sich die Andromeda auf. Diese Sternenkette schließt unmittelbar an das Herbstviereck an. Südlich der Prinzessin Andromeda stößt man auf das kleine, stumpfwinklige Sternendreieck des Widders. Tief am Südhimmel passiert eben der Cetus, der Walfisch, den Himmelsmeridian.

Am Osthimmel hat der Aufmarsch der Wintersternbilder begonnen. Schon hoch im Osten erblickt man den Stier mit seinem rötlichen Hauptstern Aldebaran, der „Verfolger“ der Plejaden. Die Plejaden sind ein eindrucksvoller Sternhaufen, der besonders gut durch ein kleines Fernglas zur Geltung kommt. Rund 400 Lichtjahre trennen uns von diesen mehr als 120 Sonnen. Mit bloßen Augen sieht man allerdings nur sechs bis neun Plejadensterne. Sie sind die leuchtkräftigsten und heißesten Sonnen der Plejaden.

Hoch im Nordosten nimmt der Fuhrmann mit seinem hellen, gelben Stern Kapella seinen Platz ein. Knapp über dem Osthorizont sind die beiden Sternenketten der Zwillinge erschienen. Im Südosten ist eben der Himmelsjäger Orion über die Horizontlinie gestiegen. Mit seinen hellen Sternen Beteigeuze und Rigel zählt Orion zu den prominentesten und auffälligsten Winterbildern. Zwischen der Prinzessin Andromeda und dem Fuhrmann findet man den Helden Perseus, den Retter der Andromeda. Im Sternbild Perseus stößt man auf den Teufelsstern Algol, der periodisch seine Helligkeit ändert. Algol ist eine Doppelsonne. Beide Sterne umkreisen einander, wobei es zu gegenseitigen Bedeckungen kommt, die den regelmäßigen Lichtwechsel hervorrufen. Es handelt sich dabei gewissermaßen um „Sternfinsternisse“. Zwischen Polarstern und Perseus liegt ein Feld aus lichtschwachen Sternen, die zum unscheinbaren und darum wenig bekannten Sternbild Giraffe gehören. Es handelt sich dabei um ein neuzeitliches Sternbild, das in der Antike unbekannt war. Der holländische Pfarrer und Sternfreund Petrus Plancius hat es erst 1613 eingeführt.

Die Sonne wandert am absteigenden Ast ihrer Bahn und strebt dem Winterpunkt entgegen. Am 22. tritt sie in das Tierkreiszeichen Schütze. Einen Tag später wechselt sie aus dem Sternbild Waage in das Sternbild Skorpion, in dem sie nur eine Woche verbleibt. Schon am 30. verlässt sie in den frühen Morgenstunden den Skorpion und erreicht den Schlangenträger, das 13. Tierkreissternbild. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um sieben Grad ab, die Tageslänge schrumpft um eine Stunde und rund 20 Minuten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen