Entschleunigung : Zurück zur Analogfotografie

Mehr Konzentration: Analoges Fotografieren hat seinen ganz besonderen Reiz
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Mehr Konzentration: Analoges Fotografieren hat seinen ganz besonderen Reiz

Darauf sollten Sie beim Kauf einer analogen Kamera achten

svz.de von
03. Juni 2016, 21:00 Uhr

Neugierde auf alte Technik, Retro-Schick als Lifestyle-Faktor oder die Lust auf bewusstes Fotografieren. Die Gründe dafür, dass sich Analogfotografie wieder wachsender Beliebtheit erfreut, sind vielfältig. Wer auf den Zug aufspringt, sucht oft einen Gegenpol zu den schnell geknipsten und teils beliebigen Digitalfotos. „Insbesondere junge Menschen schnuppern in die Analogtechnik hinein, schnappen sich die Analogkameras ihrer Eltern und fotografieren damit“, berichtet Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband.


Analoges Fotografieren ist viel zeitaufwendiger


„Neben der Entschleunigung und dem bewussteren Fotografieren fasziniert sie der Spannungsbogen.“ Man muss auf die Abzüge warten - und für viele ist es ein Erlebnis, wenn man den entwickelten Film abholt oder ihn sogar selbst entwickelt. „Die Analogfotografie ist immer dann sinnvoll, wenn man wirklich Lust darauf hat“, sagt Peter Nonhoff-Arps vom Fachmagazin „c't Fotografie“. „Denn sie ist deutlich zeitaufwendiger als digitale Fotografie.“ Bevor man Geld in eine Analogkamera investiert, kann man den Umgang mit einem Gerät Marke Eigenbau testen: „Wer ganz günstig anfangen will, kann sich den Bausatz für eine zweiäugige Spiegelreflexkamera im Online-Handel für rund 20 Euro besorgen und selbst zusammenbauen“, erklärt der Experte. Ein Kleinbildfilm wird noch eingelegt, und schon geht es los. „Dabei kann man begreifen, wie eine Kamera funktioniert, indem man die Feder für die Belichtungszeit, die Linse oder die Blende einbaut.“ Paul Peltzer, der in Braunschweig einen Laden für Analogfotografie führt, empfiehlt absoluten Neulingen, mit dem Kleinbildfilm zu starten.

„Kleinbild-Kameras gibt es zuhauf und auch schon zu günstigen Preisen, manchmal schon für unter 80 Euro, im Internet wie auch auf Flohmärkten“, erklärt der Experte. Er rät hier zu einer Spiegelreflex- oder Messsucher-Kamera. „Schön und komfortabel für einen Anfänger ist eine eingebaute Belichtungsmessung und automatische Einstellung der Belichtungszeit.“

Beim Gebrauchtkauf sollte man nicht nur aufs Äußere achten: „Viel wichtiger als ein paar Schrammen im Lack ist, ob die Kamera noch lichtdicht ist, oder ob einem die Gummidichtungen beim Öffnen der Kamera entgegenrieseln“, erklärt Paul Peltzer. Auch sollte der Verschluss ordentlich arbeiten. Dies lasse sich am besten mit geöffnetem Rücken testen, indem man einige Male auslöst und neu spannt - auch mit manuell veränderten Belichtungszeiten. Benötigt die Kamera eine Batterie sollte man zudem prüfen, ob das Batteriefach sauber und frei von Oxidationen ist.


Filme sind noch
problemlos erhältlich


Viele ältere Objektive lassen sich auch für Analogkameras nutzen. „Wichtig ist, dass die Bajonette von Kamera und Objektiv zusammenpassen“, erklärt Peter Nonhoff-Arps. Bei unterschiedlichen Bajonetten gibt es oft Adapter zu kaufen.„ Diese kosten meist zwischen 10 und 100 Euro.

Ist die Kamera organisiert, muss man nur noch einen Film einlegen. Egal ob Schwarzweiß- oder Farbfilm: „Beides gibt man anfangs am besten zur Entwicklung ab, zum Beispiel im Drogeriemarkt“, rät Peltzer. „Später lohnt es sich allerdings, Schwarzweißfilme selbst zu entwickeln.“ So erhalte man bessere, schönere, klarere Ergebnisse und mehr Möglichkeiten in der Bildgestaltung. Das nötige Equipment für die Selbstentwicklung sei für weniger als 200 Euro zu haben.

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