Kirchenangebote online : Zum Beten auf Whatsapp

Mit digitalen Angeboten wollen die Kirchen auch junge Menschen erreichen.
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Mit digitalen Angeboten wollen die Kirchen auch junge Menschen erreichen.

Auch Kirchen sind auf moderne Medien angewiesen. Gedruckter Gemeindebrief aber noch allgegenwärtig

svz.de von
09. Mai 2017, 21:00 Uhr

Gebetsgruppen per WhatsApp und kirchliche Nachrichten per Twitter: Wer junge Menschen schnell und direkt erreichen will, kommt an sozialen Netzwerken nicht vorbei. Das wissen auch die Kirchen. Das Bistum Augsburg versucht seit einiger Zeit, mit einer modernen Internetseite und entsprechenden Angeboten die Zielgruppe anzusprechen. Doch insgesamt sind die Kirchenangebote noch überschaubar. „Da ist noch Luft nach oben“, sagt Online-Experte Felix Beilharz über die kirchliche Digitaloffensive.

Die Diözese Augsburg hat www.credo-online.de im vergangenen Sommer gestartet, um auch bistumsübergreifend junge Menschen zu erreichen. Schon die Aufmachung setzt sich von dem Design der offiziellen Bistums-Homepage ab, die noch an die Internet-Anfangsjahre erinnert. Dazu kommen ungewöhnliche Inhalte, beispielsweise Videoclips mit gerappten Bibeltexten , um jungen Erwachsenen kirchliche Themen näherzubringen.„Das ist eine Zielgruppe, die wir sonst schlecht erreichen“, sagt Pfarrer Ulrich Lindl, der das neue Angebot verantwortet. Die Akzeptanz sei gut und die Besucher blieben durchschnittlich dreieinhalb Minuten auf der Seite. Auf einer normalen Gemeindeseite hielten sich die Besucher oft nur einige Sekunden auf.

Seit Januar bietet die schwäbische Diözese auch ein gemeinsames Beten über WhatsApp an. Es hätten sich bereits mehr als 50 Gruppen mit rund 1000 Jugendlichen aus ganz Deutschland und Österreich gebildet. Doch es gibt auch noch Lücken im Online-Angebot der Kirchen. Wer beispielsweise die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) bei Facebook sucht, landet auf einer nicht offiziellen „Fanpage“. Die DBK selbst hat kein Facebook-Angebot und überlässt diesen Bereich den 27 katholischen Diözesen. DBK-Sprecher Matthias Kopp betont, dass die Konferenz dennoch alle Anstrengungen, in den sozialen Netzwerken aktiv zu sein, begrüße. „Papst Franziskus macht es uns vor: Er ist einer der erfolgreichsten Twitterer.“ Online-Experte Beilharz aus Köln findet, dass die Kirchen bei den sozialen Netzwerken insgesamt noch viel zu zurückhaltend sind. Letztlich führe auch für die Kirchen kein Weg an Snapchat, Instagram und Facebook vorbei. „Das ist vermutlich der einzige Weg, die junge Generation zu erreichen“, meint Beilharz. Die Kommunikation der Kirchen sei noch viel zu stark auf traditionelle Gemeindebriefe ausgerichtet.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hingegen setzt intensiv auf neue Medien. Er ist einer der eifrigsten Twitterer in der katholischen Kirche. „Lebte Jesus heute, so würde er gewiss auch die modernen Medien nutzen,“, erklärte Schick Ende 2012 und startete kurz darauf sein Angebot.

Bei der Evangelischen Kirche ist es Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der bei Facebook sehr präsent ist. Er hat inzwischen knapp 10 000 „Gefällt mir“-Klicks auf Facebook.

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