Mobilfunk-Messe : Zuckerbergs Charme-Offensive

Mark Zuckerberg präsentiert seine Pläne für Internet.org auf dem Mobile World Congress.
Mark Zuckerberg präsentiert seine Pläne für Internet.org auf dem Mobile World Congress.

Der Facebook-Gründer versucht die Branche auf der Mobilfunk-Messe in Barcelona auf seine Seite zu ziehen

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03. März 2015, 23:00 Uhr

Mark Zuckerberg schickt der Mobilfunk-Branche eine Freundschaftsanfrage. Der Facebook-Gründer sehe die klassischen Mobilfunk-Betreiber weiterhin als treibende Kraft. „Es ist wichtig, das nicht aus den Augen zu verlieren“, sagte er bei seinem Auftritt auf der Mobilfunk-Messe „Mobile World Congress“.

Zuckerberg kam zum zweiten Mal in Folge zum wichtigsten Treffpunkt der Mobilfunk-Industrie nach Barcelona. Schon vor einem Jahr hatte er für seine Initiative Internet.org geworben. Dabei geht es um Internet-Zugänge für Entwicklungsländer, bei denen man sehr günstig oder sogar kostenlos einige Online-Dienste nutzen kann. Etwa Internet-Suche, Wikipedia, Wetterdienste – und natürlich Facebook.

Zuckerbergs Botschaft ein Jahr später: Keine Angst, Gratis-Zugänge machen das Geschäft nicht kaputt. Auf der Bühne wurde er am Montagabend von zwei Mobilfunk-Managern flankiert, die das Konzept in Afrika und Lateinamerika ausprobiert hatten. Er sei am Anfang skeptisch gewesen. Das Experiment habe sein Geschäft nicht beeinträchtigt, sagte der Chef des Netzbetreibers Airtel Africa, Christian De Faria. Zuckerberg versuchte es mit einer regelrechten Charme-Offensive bei der Mobilfunk-Industrie. Internet-Infrastruktur sei teuer, räumte er ein. Und es seien die Netzbetreiber, die all diese Glasfaserkabel verlegten und die Antennen-Türme errichteten. Um schneller mehr Menschen in das Internet zu holen, müsse man das Geschäft der Mobilfunker schneller wachsen lassen. Nebenbei ließ er auch fallen, dass die eigene Technik von Facebook noch nicht effizient genug sei, um große Gebiete kostendeckend zu versorgen.

Bei einem Schwergewicht der Branche wie Vodafone beißt Zuckerberg nach wie vor auf Granit. Er schätze zwar die Anstrengungen von Facebook, sagte Vodafone-Chef Vittorio Colao. Aber für günstigere Internet-Zugänge würde schon sorgen, wenn die Preise bei Frequenz-Auktionen und die Belastung durch Regulierungsvorgaben niedriger wären. Bei Internet.org wirke es hingegen, „als würde Zuckerberg die Internet-Anschlüsse mit meinem Geld finanzieren wollen“, sagte Colao. Der Vodafone-Boss sieht zudem Probleme bei der Auswahl der kostenlosen Dienste: „Warum soll Facebook gratis sein und nicht Google? Warum Facebook und nicht eine Zeitung?“ Die Branche müsse vorsichtig sein, resümierte Colao: „Ich denke, Zuckerberg macht einen glänzenden Job für Facebook. Aber wir müssen einen glänzenden Job für alle machen.“

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