Recycling : Zu gut für den Schrott

Bei defekten Geräten ist Selbsthilfe immer einen Versuch wert.
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Bei defekten Geräten ist Selbsthilfe immer einen Versuch wert.

Fünf Tipps wider die Wegwerfkultur: Alte Geräte weiternutzen, reparieren oder weitergeben

svz.de von
02. Juli 2015, 21:00 Uhr

Rücknahme und Recycling sind gut, weiternutzen ist besser. Wer noch funktionierende alte Elektronik weiterverwendet, verschenkt oder verkauft, leistet einen Beitrag zum Umweltschutz. Oft werden aber neue Geräte angeschafft, bevor die alten überhaupt kaputt sind. Das gilt etwa bei Fernsehern, wie eine GfK-Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) ergeben hat. Danach lag 2012 der Anteil defekter Flachbildschirmfernseher bei den Ersatzkäufen lediglich bei 25 Prozent. Mehr als 60 Prozent der Ersatzkäufe in diesem Jahr erfolgte trotz voll funktionstüchtigem TV-Gerät nur, weil sich der Besitzer ein Gerät mit größerer Bildschirmdiagonale oder besserer Bildqualität wünschte. Fünf Tipps wider die Wegwerfkultur:

Reparieren

Egal ob Blu-ray-Player, Toaster oder Handy: Geht ein Gerät nach Gewährleistungs- und Garantiezeit kaputt und erscheinen die Reparaturkosten beim Hersteller oder in der Fachwerkstatt zu hoch, ist die Selbsthilfe immer einen Versuch wert. Etwa unter http://repaircafe.org/de finden sich sogenannte Repair-Cafés, in denen versierte Laien oder Profis Verbrauchern zur Seite stehen.

Ein Dorado für Bastler ist zudem das Internet: Auf zahlreichen Seiten und Videoplattformen finden sich Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Reparatur unzähliger Geräte.

Weiternutzen

Der Provider bietet ein neues Smartphone zum Vertrag an, und im Elektromarkt lockt der riesige Flach-TV zum Niedrigpreis: Trotzdem sollten Verbraucher immer rational überlegen, ob sie ein neues Gerät wirklich brauchen oder ob das alte nicht doch noch eigentlich ihren Anforderungen entspricht.

Beim Handyvertrag kann sich Zurückhaltung sogar auszahlen, wirbt das UBA: „Viele Anbieter gewähren einen niedrigeren Monatspreis, wenn Sie Ihr eigenes Gerät weiternutzen.“ Oder man steigt auf einen Prepaid-Vertrag um.

Umnutzen

Auch wenn man feststellt, dass Handy, Computer oder Notebook vielleicht nicht mehr die persönlichen Anforderungen an die ursprüngliche Nutzung erfüllen, ist kreatives Um- und Weiternutzen immer noch eine interessante Möglichkeit. Ein alter Rechner - egal ob PC oder Notebook - kann meist immer noch zum Zweitgerät, Netzwerkspeicher oder Medienserver werden und das Smartphone zum Medienclient, der die Anlage mit Musik aus Netzwerk und Internet füttert. Und ein alter Router kann beispielsweise zum WLAN-Repeater umfunktioniert werden.

Weitergeben

„Prüfen Sie, ob Ihr ausgemustertes Gerät nicht für eine Zweitnutzung infrage kommt“, rät das UBA. Das kann zum einen die Weitergabe an Menschen sein, die das jeweilige Gerät noch gebrauchen können: Tablets sind etwa für ältere Menschen, die gerade mit Computer und Internet starten, eine gute Alternative zu klassischen Rechnern, können aber mit altersgerechten Apps bestückt auch für Kinder interessant sein. Zum anderen kann man den Verkauf per Kleinanzeige oder Online-Auktion in Erwägung ziehen. In beiden Fällen gilt es, die eigenen Daten vorher sorgfältig zu löschen.

Gebraucht kaufen

Auch durch einen Gebrauchtkauf können Verbraucher viel für die Umwelt tun. „Wenn es nicht das neuste Gerät sein muss, können Sie mit einem gebrauchten Smartphone viel Geld sparen“, gibt das UBA zu bedenken. Das gilt natürlich ebenso für andere Geräte von der Digitalkamera über den Fernseher bis hin zum Rechner. Dirk Averesch

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