Spiele als Kinofilme : Zocken oder zuschauen?

Computerspiel und Verfilmung: Lara Croft kam beim Publikum zwar auch  im Leinwand-Format an. Meisterwerke waren die Filme mit Angelina Joli (l.) jedoch nicht.   

Computerspiel und Verfilmung: Lara Croft kam beim Publikum zwar auch  im Leinwand-Format an. Meisterwerke waren die Filme mit Angelina Joli (l.) jedoch nicht.   

Verfilmte Computerspiele sind selten gut: Der Austausch zwischen Kino und Konsole kann aber auch positive Folgen haben.

von
17. August 2015, 21:00 Uhr

Berührungen von Kino und Games gibt es schon länger. In den letzten Jahren ist die Beziehung aber immer enger geworden. Grund dafür ist unter anderem der technische Fortschritt: Immerhin können Spiele seit ein paar Jahren fast so gut wie Filme aussehen. Eine Rolle spielt aber auch, dass Videospiele Hollywood und Co. in Sachen Erfolg erst eingeholt und dann überholt haben. Nach einer Prognose des Marktforschers IHS werden dieses Jahr weltweit rund 92 Milliarden US-Dollar für Spiele ausgeben - mehr als für Filme (62 Milliarden) und Musik (18 Milliarden) zusammen.

Kein Wunder, dass sich inzwischen auch ausgewiesene Cineasten mit Super Mario und Lara Croft beschäftigen. Um das klassische Spiel zum aktuellen Blockbuster geht es dabei weniger. Solche Titel haben ohnehin nicht den besten Ruf. Den Herstellern geht es eher um den schnellen finanziellen Erfolg, weniger um ein gutes Spiel. Besonders drastisch ist der Fall des hastig programmierten Games zum Steven-Spielberg-Hit „E.T.“: Das floppte 1983 so heftig, dass es nicht nur Hersteller Atari, sondern gleich die ganze Spieleindustrie beschädigte. Die zahllosen unverkauften Kopien wurden auf einer Wüsten-Mülldeponie im US-Bundesstaat New Mexico verscharrt und erst kürzlich wiederentdeckt.

Und auch die Filme zu berühmten Computerspielen sind oft eher peinlich als aufregend - unter anderem, weil die Macher oft schlicht keine Ahnung von der Vorlage hatten.

Erfolgreicher ist die Beziehung zwischen Kino und Konsole, wenn der Austausch etwas subtiler abläuft und etwa gestalterische Elemente übernommen werden. Die erfolgreichen Titel von Rockstar Games basieren zum Beispiel nicht direkt auf einer bestimmten Vorlage. Stattdessen bieten Spiele wie „Grand Theft Auto“ oder „Red Dead Redemption“ eine bunte Mischung aus verschiedenen Gangster- und Westernelementen, darunter Schauplätze, Charaktere oder Teile der Handlung. Aus diesen Versatzstücken stricken Spieler und Entwickler dann gemeinsam eine neue Geschichte.

Inzwischen funktioniert der Austausch aber auch umgekehrt, also mit Spielelementen in Filmen. Am deutlichsten sichtbar wird das an der Kameraarbeit: Die Ego-Perspektive war in Filmen zum Beispiel lange verpönt, inzwischen gibt es vor allem Horrorfilme, die damit arbeiten.“ Vorreiter war hier der Überraschungshit „Blair Witch Project“. Am Ende profitieren von diesem Austausch beide Medienformen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen