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Gamification : Zocken bis die Rendite stimmt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wer regelmäßig zu Ausflügen in interaktive Fantasiewelten unterwegs ist, bringt diese Erfahrungen auch in die Arbeitswelt ein

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2014 | 23:07 Uhr

Gestern waren sie noch wilde Stiere in „World of Warcraft“, heute nehmen sie in den Chefetagen die Konkurrenz auf die Hörner: Mit Computerspielen aufgewachsene Manager bringen Elemente aus diesen interaktiven Welten ins Arbeitsleben hinein. Unter dem Schlagwort „Gamification“ werden Anwendungen entwickelt, die Beschäftigte neu motivieren oder das Engagement für Unternehmensziele stärken sollen. Diesen Themen widmen sich bis Mittwoch 150 Teilnehmer der Konferenz „bizplay“ in Karlsruhe.

Elemente aus Computerspielen wie Punkte und Auszeichnungen können eingesetzt werden, um Mitarbeiter dazu zu bringen, von sich aus leistungsbereiter zu werden. Experten bezeichnen das als „intrinsische Motivation“ - die Beschäftigten arbeiten dann nicht nur wegen ihres Gehalts, sondern weil sie die Arbeit zu ihrem eigenen Ding gemacht haben. „Um das zu erreichen, muss sich der Nutzer richtig gut fühlen“, sagt „bizplay“-Kurator Steffen Walz.

„Wir erleben bei Gamification einen starken Schub“, sagt SAP-Manager Michael Ameling. „In Unternehmen der verschiedensten Branchen wird geschaut, wie das eingeführt werden kann.“ Das Software-Unternehmen entwickelt Anwendungen mit Spielelementen sowohl für eigene Zwecke als auch für Kunden.

Im SAP Community Network (SCN) habe sich die Aktivität nach Einführung eines Punktesystems verfünffacht, sagt Ameling. Die fleißigsten Mitglieder werden im „Lea-derboard“ angezeigt. Gamification kommt auch in der betrieblichen Ausbildung zum Einsatz, etwa zur Simulierung von Lieferketten. Wegen der steigenden Nachfrage forscht SAP an einer Gamification-Plattform als eigenständige Lösung zur Integration von Elementen aus Computerspielwelten in Unternehmensanwendungen. „Uns erreichen viele Anfragen von Kunden, die ihre Prozesse bereits optimiert haben und denken, dass sie so noch mehr erreichen können“, sagt Ameling.

Der „bizplay“-Organisator Walz, der an der RMIT-Universität in Melbourne forscht, meint: kritisch: „Es kann nicht darum gehen, den Mitarbeitern ständig eine Karotte vorzuhalten und sie so für ein erwünschtes Verhalten zu konditionieren.“ Viel wichtiger sei es, den Nutzern eine gute Erfahrung zu vermitteln. Dazu gehörten auch neue Wege der Zusammenarbeit, flachere Hierarchien und andere Ansätze im betrieblichen Führungsstil. Als Ziel nennt Walz ein „menschenzentriertes Design“ von Abläufen im Unternehmen.

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