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Digital

12. Dezember 2017 | 13:30 Uhr

Betriebssysteme : XP wird zur Gefahr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ab dem 8. April gibt es keine Updates mehr für das alte Windows-Betriebssystem.

Viele Computernutzer surfen und arbeiten noch immer täglich an einem Rechner mit Windows XP. Ab dem 8. April kann das alte Betriebssystem allerdings zu einer Gefahr werden: Dann liefert Microsoft zum letzten Mal Updates für XP aus, neu entdeckte Sicherheitslücken werden danach nicht mehr geschlossen. „Wir empfehlen dringend, einen Wechsel in Betracht zu ziehen“, sagt Sebastian Barchnicki vom Institut für Internet-Sicherheit in Gelsenkirchen. „Viele denken vielleicht ’Das ist doch halb so wild’ – aber das gilt nur, wenn man wirklich weiß, was man tut.“

Schwachstellen in Programmen wie Windows XP seien ganz normal: „Ein Betriebssystem ist ein sehr komplexes Stück Software, es wird immer viele Sicherheitslücken haben“, so Barchnicki. Das gilt auch für Windows XP: „Je länger es am Markt ist, desto mehr Energie wird investiert, um Sicherheitslücken zu finden und sie auszunutzen.“


Hacker machen sich Lücken zunutze


Neue Lücken werden zum Beispiel von Kriminellen entdeckt, die dann Hackerangriffe starten. In der Regel passiert das sofort. Wegen des lange angekündigten Endes von Windows XP vermuten Sicherheitsexperten wie Barchnicki jedoch, dass Hacker neu gefundene Lücken bis zum 8. April geheim halten. Nach dem Stichtag wären XP-Nutzer den Angriffen schutzlos ausgeliefert.

Potenzielle Opfer müssen sich dafür nicht einmal in die dunklen Ecken des Internets begeben oder Dateien aus zweifelhaften Quellen herunterladen. „Solange ein Computer mit dem Internet verbunden ist, ist er angreifbar“, soBarchnicki. Auch ein Virenscanner hilft gegen solche Angriffe nur begrenzt. Viele Hersteller von Sicherheitsprogrammen haben zwar angekündigt, die XP-Versionen ihrer Produkte auch nach dem 8. April mit Updates zu versorgen. Vor Schwachstellen im Betriebssystem können die Programme den Nutzer aber kaum schützen.


Neuer Computer als sichere Alternative


Am sicherten ist der Wechsel zu einem anderen Betriebssystem oder einem neuen PC. „Hat der Rechner mit XP keine Verbindung zu einem Netzwerk, kann ich damit auch weiterarbeiten“, so Barchnicki. „Das ist aber eine Ausnahme.“ Sinnvoll ist das zum Beispiel für Nutzer, die noch einen alten Scanner haben, dessen Hersteller keine Treiber für neuere Windows-Versionen anbietet.

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