Gebrauchtelektronik : Wohin mit alter Technik?

Der letzte Weg: Bevor Altgeräte endgültig abgewrackt werden, gibt es noch viele andere Verwertungsmöglichkeiten.
Der letzte Weg: Bevor Altgeräte endgültig abgewrackt werden, gibt es noch viele andere Verwertungsmöglichkeiten.

Kabel, Handys, Drucker und Fernseher: Ausrangierte Geräte müssen nicht immer gleich auf den Müll

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04. Januar 2016, 16:58 Uhr

Technik aller Art gehört längst zum Alltag. Doch nach der Freude über einen Neukauf stellt sich schnell die Frage: Was tun mit dem alten Kram? Die Antwort ist dabei nicht immer leicht. Aber sicher ist: Es war noch nie so einfach wie heute, alte Geräte sinnvoll loszuwerden.

Im Sinne von Umweltschutz und Ressourcen-Schonung gilt grundsätzlich, dass „Wiederverwendung vor Wiederverwertung vor Entsorgung geht“, erklärt Rolf Buschmann von der Umweltorganisation BUND. Das Beste sei deshalb, noch verwendbare Geräte zu verkaufen. So könne man auch noch ein wenig Geld machen. Denn für Gebrauchtelektronik habe sich ein reger Markt entwickelt.

Das gilt besonders für Smartphones. Schon 2014 schätzte der IT-Branchenverband Bitkom die Zahl der hierzulande in Schubladen schlummernden Althandys auf 100 Millionen. Es dürften seitdem wohl noch einige dazugekommen sein. Handys kann man per Anzeige oder Auktion selbst verkaufen, es gibt auch zahlreiche Ankaufportale. Oder man spendet sie für den guten Zweck: Dazu starten etwa Vereine immer wieder Sammelaktionen.

Ähnliche Möglichkeiten bestehen auch für PCs oder Notebooks. Wenn man sich nicht sicher ist, ob die Geräte noch in Ordnung sind, kann man sie auch bei einem Wertstoffhof abgeben: Oft werden die Geräte dort geprüft und an Sozialkaufhäuser und ähnliche Einrichtungen weitergegeben, wenn sie sich noch funktionieren, sagt Buschmann.

Um gebrauchte Geräte und deren Weiterwendung kümmern sich auch Vereine und Organisationen wie etwa Reuse in Berlin. Smartphones, Notebooks, PCs seien gerne gesehen, sagt Stefan Ebelt, Vorstandsvorsitzender von Reuse. „Noch schöner ist es, wenn die Geräte auch vollständig sind.“ Beim Notebook gehörten immer auch Netzteil, Akku und Festplatte dazu. „Ein solches Notebook hat für uns sonst nur den halben oder gar keinen Wert.“

Doch nicht immer sei die Festplatte mit dabei. „Wir erleben es aber immer wieder, dass Leute aus Datenschutzgründen die Festplatte lieber ausbauen.“ Das kann Christof Windeck vom „c't“-Magazin nachvollziehen. Das Wichtigste bei alten Datenträgern sei es, die Daten durch Überschreiben sicher zu löschen. „Da gibt es Software dafür.“ Für alle, die sich da unsicher seien, gelte im Zweifelsfall: Platte ausbauen und physisch zerstören – wie auch USB-Sticks.

Gerade bei Festplatten gebe es ohnehin einen starken Wertverlust: „Ein halbes Terabyte geht gerade noch, aber kleine Platten mit 128, 160 oder 250 Gigabyte haben nur noch einen beschränkten Wert“, erklärt Windeck. „Aber man kann sich überlegen, sie selbst für Backups zu nutzen“, so der Experte weiter.

Gebrauchte RAM-Speicherriegel könnten dagegen noch gute Preise erzielten, sagt Windeck. Bei Kabeln sei das aber schon wieder schwieriger. Micro-USB-Kabel und -Ladegeräte könne man bedenkenlos behalten, weil man sie eigentlich immer braucht – und diese gerade in billigeren Ausführungen häufig kaputt gehen. Andere USB-Kabel lägen hingegen oft nur herum. Ausnahme USB-3-Kabel: Die sollte man besser aufheben, weil sie je nach Gerät manchmal unterschiedlich arbeiteten. Alte Drucker-Kabel seien meist etwas für den Wertstoffhof. Auch bei Adaptern lohne sich das Aufheben oft nicht. Das seien Pfennigartikel, die meist direkt aus China kommen. „Das ist praktisch nichts mehr wert.“

Einiges könne man inzwischen auch schon beim Händler oder Hersteller zurückgeben, in manchen Städten gebe es auch praktische Wertstoff-Container. „Wichtig ist, sich klar zu machen, dass da wertvolle Rohstoffe drin sind, die man weiterverwerten kann“, sagt Georg Abel von der Verbraucher Initiative. „Da geht es um Ressourcenschonung.“ Kabel und Adapter könne man auch bei kommunalen Entsorgungsstellen abgeben, ebenso Kartons und Verpackungsmaterial wie Styropor. Füllmaterial sei aber oft einfach etwas für die gelbe Tonne, so Abel. Aber vor dem Entsorgen sollte immer die Frage stehen: „Wenn ich es nicht mehr gebrauchen kann, wer kann es dann gebrauchen?“

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