zur Navigation springen

Ratgeber : Wie viel Privates ist im Job erlaubt?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Während der Arbeitszeit rasch soziale Netzwerke checken oder eine private SMS senden: Was ist zulässig, und wann droht Ärger?

Ein Kommentar in einem sozialen Netzwerk, eine SMS an Freunde, eine Zigarettenpause. Nur mal eben kurz - der Chef wird es wohl nicht merken. Aber eigentlich steht in dieser Zeit die Arbeit still. Wie viel Privates darf man mit der Arbeitszeit vermischen, und was sollte man auf den Feierabend verschieben?

Smartphones
Das Smartphone ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber darf es auch während der Arbeitszeit genutzt werden? „Wenn der Arbeitnehmer unterm Tisch eben eine SMS tippt, ist dies schwer nachzuweisen“, sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht.„Wenn allerdings mehrere Kollegen bezeugen , dass man den ganzen Tag am Smartphone hängt, wird es problematisch.“ Hier kommt es auf die Häufigkeit an. Wer nur mal eben der Familie schreibt, dass der Feierabend später wird, dem droht keine Abmahnung. Wer hingegen stundenlang privat telefoniert, begeht einen Arbeitszeitbetrug. Das kann die Kündigung zur Folge haben. Allerdings gibt es Ausnahmen. Besonders dann, wenn es sich um einen Notfall handelt. Beispielsweise hat sich das eigene Kind in der Schule verletzt: In solchen Fällen sind private Telefonate erlaubt.

Facebook und Co
Mal eben den „Gefällt-Mir-Button“ auf Facebook drücken, einen Tweet absetzen und nach dem Wetter googeln: Wer das während der Arbeitszeit macht, sollte vorsichtig sein. Das können Arbeitgeber nämlich leicht nachvollziehen, und eine Abmahnung kann folgen. „Dazu wurde entschieden, dass der Arbeitgeber den Browser-Verlauf kontrollieren darf. Die Privatsphäre tritt in diesem Fall zurück“, erläutert Jens Pfanne vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Auch wenn privates Surfen erlaubt ist, sollte man es nicht übertreiben. Die Arbeit darf darunter nicht leiden, sonst handelt es sich um Arbeitszeitbetrug.

Arztbesuche
Wer Vollzeit unter der Woche arbeitet, findet kaum Zeit für einen Arztbesuch. Muss man sich also dafür einen Tag freinehmen? „Grundsätzlich sollten Arztbesuche während der privaten Zeit stattfinden“, sagt Bredereck. Allerdings gibt es eine Ausnahme. „Wenn es nicht anders möglich ist, darf man während der Arbeitszeit zum Arzt gehen. Beispielsweise bei einem CT- oder Röntgentermin“, sagt Michael Henn vom VDA. Wichtig ist aber, den Termin möglichst an Anfang oder Ende des Arbeitstages zu legen.

Aussortiertes mitnehmen
Die aussortierten Ordner stehen auf dem Flur. Ob sie nun auf dem Müll landen oder man sie mit nach Hause nimmt - eigentlich kommt das doch auf das Gleiche raus. Aber Vorsicht: Das ist Diebstahl. „Auf eigene Faust darf man nichts mitnehmen. Bis die Entsorgungsfirma das Ausrangierte abgeholt hat. Hier muss man um Erlaubnis fragen“, sagt Pfanne. Sonst kann die Kündigung drohen.

Rauchen
Beim Rauchen scheiden sich die Geister. Die Nicht-Raucher sind sauer, wenn die Raucher mehrere kurze Pausen machen dürfen. Und die Raucher beschweren sich, wenn diese untersagt sind. Grundsätzlich gelten die normalen Pausenansprüche. „Wenn der Arbeitgeber das Rauchen in der Arbeitszeit verbietet, gibt es nichts zu diskutieren.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen