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Datenschutz Whatsapp : Whatsapp führt Komplett-Verschlüsselung ein

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Viele Nutzer verwundert über WhatsApp-Hinweis. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt gesamte Kommunikation vor möglichen Zugriffen

svz.de von
erstellt am 06.Apr.2016 | 07:44 Uhr

Alle Inhalte, die über Whatsapp laufen, sind künftig mit Verschlüsselung geschützt. Der zu Facebook gehörende Kommunikationsdienst mit einer Milliarde Nutzer führte die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein, wie die Gründer Jan Koum und Brian Acton am Dienstag dem US-Magazin „Wired“ sagten.

Der mangelnde Datenschutz bei Facebook und Whatsapp wird immer wieder kritisiert. Viele Menschen wechselten in der Vergangenheit zu Messenger-Diensten, die bereits eine Verschlüsselung der Daten anboten, wie zum Beispiel Threema. Vielleicht gelingt es Whatsapp mit der Neuerung, skeptische Nutzer (wieder) an sich zu binden.

Dadurch werden die Texte, Fotos, Videos oder Anrufe nur für die beteiligten Nutzer sichtbar sein - aber auch nicht mehr für Whatsapp selbst. Damit kann Whatsapp die Inhalte auch nicht mehr an Sicherheitsbehörden weitergeben. Eine ähnliche Politik von Apple ist der US-Regierung schon lange ein Dorn im Auge. Der Schritt von Whatsapp dürfte die Spannungen zwischen dem Silicon Valley und Washington weiter verschärfen.

Apple lieferte sich jüngst einen Streit vor Gericht mit dem FBI und dem US-Justizministerium, weil der Konzern sich weigerte, beim Aushebeln des Passworts auf einem iPhone zu helfen. Das FBI kam schließlich mit Hilfe eines externen Dienstleisters an die Daten heran, das Verfahren wurde damit hinfällig. WhatsApp und Facebook hatten in dem Verfahren Apple den Rücken gestärkt.

Entwickelt wurde die allgemeine Verschlüsselung von einem Team von rund 15 Programmierern mit Hilfe des offenen Projekts Open Whisper Systems entwickelt, berichtete das Magazin „Wired“ nach Interviews mit den WhatsApp-Gründern. Ursprünglich sollte der Schritt demnach auf der Internet-Konferenz DLD in München angekündigt werden. Doch Ende vergangenen Jahres sei offensichtlich geworden, dass die Entwicklung mehr Zeit in Anspruch nehmen werde.

WhatsApp gleicht  mit der Einführung der neuen Verschlüsselung einen bedeutenden Nachteil  gegenüber seinen Konkurrenten aus. Im Vergleich zu anderen Messenger galt WhatsApp im Bereich Datenschutz bisher als undurchsichtig. Nutzer, die Wert auf Datensicherheit legte, wichen deshalb häufig auf andere Dienste, wie Threema  aus.  Die App ist eines der beliebsten Smartphone-Programme für verschlüsselte Kommunikation. Hier hat der Anbieter seit jeher keinen Zugriff auf Gesprächsinhalte oder Teilnehmerdaten. Die neuen Sicherheitsvorkehrungen von WhatsApp könnten Threema daher besonders stark treffen und Nutzer abwerben.

Auch unser kostenfreier SVZ-News-Service wird künftig verschlüsselt verschickt - für Sicherheitsbewusste also noch ein Grund mehr  für unsere topaktuellen News. Neben WhatsApp gibt es unseren täglichen Newsletter auch für Telegram, Insta und den Facebook-Messenger.

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