Telefonie : Weiter gefragt: Das Festnetztelefon

Unbeschwert telefonieren: Dank ausgereifter Technik ist das Risiko eines Fehlgriffs beim Kauf eines Festnetztelefons gering.
Unbeschwert telefonieren: Dank ausgereifter Technik ist das Risiko eines Fehlgriffs beim Kauf eines Festnetztelefons gering.

Unterschiede bei den Geräten gibt es im Design und den Funktionen

von
26. November 2015, 17:22 Uhr

Ein Smartphone steckt längst in fast jeder Tasche. Ist das klassische Festnetz-Telefon deshalb überflüssig? Zahlen des Branchenverbandes gfu sprechen dagegen: Jährlich werden immer noch rund vier Millionen schnurlose Festnetzgeräte verkauft, dazu kommen etwa 375  000 Telefone mit Kabel.

Und weil es das Festnetztelefon selbst schnurlos schon seit Jahren gibt, sind die Geräte relativ ausgereift. Das zeigt auch der jüngste Vergleich der Stiftung Warentest: 11 von 16 Testgeräten erhielten ein „Gut“, der Rest ein „Befriedigend“.

Wer ein neues Festnetztelefon kauft, muss also kaum Angst vor einem Fehlgriff haben. Entscheidend ist vielmehr, was das Gerät kann. Wie immer gibt es dabei ein paar Abkürzungen, die man kennen sollte. DECT steht etwa für Digital Enhanced Cordless Communication und bezeichnet den etablierten Standard für schnurloses Telefonieren daheim.

Die zweite Abkürzung, die im Zusammenhang mit Festnetztelefonie auftaucht, ist VoIP (Voice over IP). Dabei werden Gespräche nicht analog über die klassische Telefonleitung, sondern digital übers Internet übertragen. Bei vielen Providern ist das schon Standard, bis 2018 will etwa auch die Telekom alle ihre Anschlüsse umstellen. „Als Verbraucher merke ich davon eigentlich nichts“, sagt Falko Hansen vom Telekommunikationsportal „Teltarif.de“. „Im Router ist das schon voreingestellt, für das Telefon spielt die Übertragungstechnik dann keine Rolle mehr.“

Theoretisch sei VoIP zwar fehleranfälliger: Ist das Internet gestört, ist auch das Telefon tot. „Die konkreten Meldungen darüber halten sich aber sehr in Grenzen.“ Dafür ermöglicht VoIP theoretisch bessere Übertragungsqualität. Manche Hersteller werben sogar mit Modellen, die Gespräche in HD-Qualität bieten sollen. Laut Stiftung Warentest klingen Telefonate mit solchen Modellen tatsächlich besser. Voraussetzung ist aber, dass der Provider diese Technologie auch unterstützt. Außerdem müssen Router und Telefon bei beiden Gesprächspartnern HD-fähig sein.

Andere Features sind dagegen fast Standard, wie die Stiftung Warentest-Übersicht zeigt. Dreierkonferenzen, Makeln, also das Umschalten zwischen zwei verschiedenen Gesprächen, und einen Anrufbeantworter bieten etwa nahezu alle modernen Geräte. Gleiches gilt für den Eco-Modus, der die Sendeleistung variabel reduzieren und so Strahlenbelastung und Stromverbrauch senken kann. Wer beim Telefonieren neben der Basis sitzt, braucht schließlich nicht die volle Funkstärke. Bei manchen Geräten sorgt der Eco-Modus auch dafür, dass gar nichts mehr funkt, wenn das Mobilteil in der Basis steht. Das klappt aber nur, solange es nicht mehr als ein Mobilteil gibt.

Manche Hersteller versuchen, sich anderweitig abzuheben. „Bei neueren Geräten haben sie dann Farbdisplays oder sehr große Nummernspeicher“, sagt gfu-Sprecher Roland Stehle. Oder es gibt Design-Telefone in Kreis- oder Kugelgestalt. „Da gibt es schon sehr ungewöhnliche Formen.“ Bei einigen Modellen stehe das schicke Design der Alltagstauglichkeit etwas im Wege, warnt die Stiftung Warentest.

Einige erweiterte Funktionen bietet aber nach wie vor nicht jedes Telefon. „Es gibt relativ viel Entwicklung in Richtung Seniorengerechtigkeit“, sagt Stehle. Solche Geräte lassen sich dann zum Beispiel mit analogen Hörgeräten koppeln, haben besonders große Tasten oder eine Notruffunktion. Andere Modelle lassen sich als Babyfon verwenden: Dabei steht ein Schnurlostelefon nachts im Kinderzimmer und ruft die Eltern an, wenn das Kind weint.

Abhängig von Design, Hersteller und Funktionsumfang muss man den Warentestern zufolge für aktuelle Festnetztelefone etwa 40 bis 70 Euro einplanen. Deutlich teurer sind Telefone mit erweiterten Netzwerkfunktionen. Mancher Hersteller hat zum Beispiel Geräte im Sortiment, mit denen sich die Haustechnik steuern lässt - von der Steckdose über das Thermostat bis zur Unterhaltungselektronik.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen