Scanner : Vom Papier auf den Bildschirm

Nicht nur Kassenzettel können digitalisiert werden.
Nicht nur Kassenzettel können digitalisiert werden.

Durch Einscannen Dokumente dauerhaft sichern / Energie und Wald durch Digitalisierung sparen

svz.de von
14. November 2014, 23:06 Uhr

Ob im Büro oder privat: Der Trend geht schon seit Jahren weg vom Papier hin zu digitalen Dokumenten. Das ist gut für den Wald und spart Platz im Aktenschrank. Wer den restlichen Papierkram auch lieber auf der Festplatte statt im Aktenordner haben möchte, braucht einen guten Scanner. Aber welchen? Neben dem klassischen Flachbettscanner und der verbreiteten Kombination aus Drucker und Scanner gibt es auch Geräte für Spezialanwendungen, erklärt Rudolf Opitz von der Fachzeitschrift „c't“. Dazu gehören etwa Fotoscanner, spezielle Dia- oder Filmscanner oder Buchscanner. Die Wahl des richtigen Scanners hängt stark vom Anwendungsgebiet ab. „Wenn man Fotos digitalisieren will, spielt die Auflösung eine Rolle. Geht es um Dias oder Negative, kann die gar nicht hoch genug sein“, sagt Opitz. Die Auflösung wird in dpi (engl. Punkte pro Zoll) angegeben und ist eine Maßeinheit für die Auflösung beim Druck. Bei Scannern beschreibt der Wert, welche Detaildichte das Gerät sehen kann. Je höher, desto besser.

Ähnlich wie die Zahl der Megapixel bei Digitalkameras sorgt aber ein hoher dpi-Wert bei Scannern nicht automatisch für brillante Ergebnisse. „Ob der Scan tatsächlich noch feine Details auflöst, bestimmt die vorgeschaltete Optik - und die ist teuer“, sagt Opitz. Wer Wert auf gestochen scharfe Foto-Scans legt, sollte nicht sparen. Anders sieht das beim Scannen von Briefen, Akten oder Büchern aus. 600 dpi sollten ausreichend sein. „Wichtiger sind hier hohe Kontraste“, erklärt Opitz. „Der Text soll ja gut lesbar sein und gute Vorlagen für Texterkennungen bieten - sogenanntes OCR.“ OCR ist die zweite Abkürzung, um die man beim Scannerkauf nicht herumkommt. Optical Character Recogniton, bedeutet Texterkennung, kann also Buchstaben in gescannten Bildern entdecken. So kann erkannter Text gleich in ein bearbeitbares Dokument verwandelt werden. OCR-Software liegt meist den Scannern bei, ist aber auch frei online erhältlich, etwa das von Google unterstützte „OCRopus“.

Obwohl zum Scannen von Textdokumenten ein gewöhnlicher Flachbettscanner oder Scanner-Drucker-Kombi ausreicht, gibt es spezielle Dokumentenscanner. Sie haben einen automatischen Papiereinzug zum schnellen Scannen vieler Seiten. Buchscanner haben eine spezielle Bauform mit einer Kante zum Anlegen der Bücher.

„Sie sollten außerdem eine hohe Tiefenschärfe aufweisen, damit Text, der zum Buchrücken hin nicht plan auf der Glasfläche liegt, noch scharf wiedergeben wird“, rät Opitz. Er empfiehlt daher, einen Scanner mit CCD-Verfahren zu verwenden. Diese verwenden ein Prismensystem für Tiefenschärfe. Die günstigeren CIS-Scanner sind kompakter, dafür mangelt es ihnen an Reichweite. Liegt ein Dokument nicht glatt auf der Glasscheibe auf, verwischt der Scan.

Dokumentenscanner und große Multifunktionsgeräte haben meist Netzwerkanschluss oder WLAN und können Cloud-Speicher nutzen.

Der klassische Scanner, besonders die mobile Variante, bekommt mittlerweile Konkurrenz durch Smartphones. Die Alleskönner verwandeln sich durch die eingebaute Kamera mit der passenden App in OCR-fähige Scanner. Im Test ist der Umgang mit den verschiedenen Apps unkompliziert. Sie erfassen das Dokument automatisch und korrigieren die Perspektive, so dass ein gut lesbares Dokument herauskommt, das als PDF gespeichert und weitergesendet werden kann.

Laut „Computerbild“-Redakteur Timo Schurwanz sind diese Lösungen eher für den Schnappschuss unterwegs gedacht. Denn um ein ganzes Dokument zu scannen, muss die Handykamera weit weggehalten werden, was bei der Texterkennung zu Problemen führen kann. Für Visitenkarten oder Quittungen reichen die Apps aus.

Schurwanz empfiehlt die App Camscanner, die über eine gute Perspektivkorrektur und Texterkennung verfügt, macht aber eine Einschränkung: Die App kostet in der Profi-Version jährlich knapp 45 Euro - dafür gibt es auch einen Flachbettscanner. Es geht aber auch günstiger. Google hat in seiner Drive-App einen Scanner integriert, Genius Scan ist eine weitere kostenlose Variante. Nachteil: Werbeeinblendungen und keine Nutzung von Cloud-Diensten.

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