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Kamera-Drohnen : Vogelperspektive für alle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein Komplett-Set oder doch lieber Fluggerät und Kamera separat? Tipps für den Kameradrohnen-Einstieg.

Luftaufnahmen in Eigenregie sind der Traum vieler Hobbyfotografen und -filmer. Und nie waren diese einfacher umzusetzen – dank ferngesteuerter Drohnen. Die sogenannten Quadro- oder Hexacopter erlauben es sogar Laien ohne Flugerfahrung, Fotos und Videos aus der Luft auf Speicherkarte zu bannen.

„Für Einsteiger ist ein Komplett-Copter mit Kamera empfehlenswert“, sagt der Fotograf Ralf Spoerer, der auch Copter-Piloten schult. „Diese sogenannten RTF-Copter bieten einen unkomplizierten Einstieg in die Luftbild-Fotografie und -Videografie.“ Die Abkürzung RTF in Produktbeschreibungen stehe für „Ready to Fly“, bezeichne also flugfertige Modelle: „Meist müssen vor dem ersten Start nur noch die Propeller angebaut und der Akku eingesetzt werden.“

Auch Joachim Sauer von der Fachzeitschrift „Videoaktiv“ sieht in Drohnen mit integrierten Kameras für Anfänger eine sinnvolle Investition, „zumal deren Bildqualität hoch ist und die Möglichkeiten, die Kameraeinstellungen während des Flugs beeinflussen zu können, einfacher sind“.

In der Regel sind Drohnen darauf ausgelegt, Action-Cams aufzunehmen, so Sauer. „Die Kameras werden heute ausschließlich auf sogenannten Gimbals installiert“, erläutert Ralf Spoerer. „Dies sind elektronisch stabilisierte Halterungen, die jede Bewegung des Copters ausgleichen, und so zu jedem Zeitpunkt für ein ruhiges Bild sorgen.“

Spoerer rät allen, die einen individuell zusammengestellten Copter fliegen möchten, zu einer Systemkamera. So könne man sich qualitativ von der Masse abheben. Drohnen mit hochwertigen System- oder gar Spiegelreflexkameras erforderten jedoch im Gegensatz zu RTF-Coptern ein erhebliches technisches Verständnis und die Bereitschaft, sich intensiv mit der Materie auseinanderzusetzen.

„Im Einsteigersegment wird es mittelfristig nur noch Komplettangebote geben“, glaubt Joachim Sauer. „Drohnen, die mit verschiedenen und schwereren Kameras abheben, werden nur noch für semiprofessionelle und professionelle Anwender interessant sein.“ Probleme seien hier die Kamerasteuerung, die Übertragung des Videosignals zum Piloten und natürlich das höhere Gewicht, das auch rechtlich relevant sei. Wer rund 1000 Euro in sein Hobby investiere, könne schon absolut ordentliche Ergebnisse erzielen. Zudem sollten Akkus und zusätzliches Zubehör eingeplant werden.

Die Steuerung des Copters und die Übertragung des Livebildes erfolgen analog oder digital. Beide Varianten werden sowohl bei RTF- als auch Individual-Coptern eingesetzt. „Die digitale Übertragung hat den Vorteil der besseren Bildqualität und der höheren Reichweite.

Professionelle Varianten ermöglichen den Einsatz von zwei Fernsteuerungen, so dass mit der einen der Pilot den Copter steuert und mit der anderen ein sogenannter Cam-Operator die Steuerung der Kamera übernimmt“, beschreibt Fluglehrer Spoerer die Bedienung. Das von der Drohne zum Piloten geschickte Live-Bild wird entweder auf einem Monitor, einem Tablet-PC oder einem Smartphone angezeigt.

Das Fliegen, zumindest von kleineren und leichteren Drohnen, muss niemandem allzu große Sorgen machen. In diesem Zusammenhang verweist Joachim Sauer auf die GPS-Steuerung, die vieles vereinfache.

„Zudem braucht es etwas Erfahrung, bis man das passende Licht aus der Höhe hinbekommt“, sagt Sauer. „Man unterschätzt sehr leicht Gegenlichtsituationen, die unschöne Smear-Effekte erzeugen und harte Schatten durch eine tief stehende Sonne.“

Moderne Technik unterstützt die Piloten inzwischen dabei, dass Drohnen relativ eigenständig starten und landen. Einsteiger sollten sich aber unbedingt auch mit Themen wie Modellflughaftpflichtversicherung, Luftrecht, Medienrecht und Datenschutzrecht auseinandersetzen. Jochen Wieloch

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