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Technik : Videomania: Was ist im Netz erlaubt?

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wer nicht aufpasst, gerät beim Hochladen und Ansehen von Videos auf rechtlich unsicheren Boden

svz.de von
erstellt am 24.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Videos im Netz anschauen, teilen oder hochladen: Mit ein paar Klicks ist man dabei. Doch ehe er sich versieht, hat der unbedarfte Nutzer gegen Urheberrechte verstoßen oder Werberichtlinien missachtet. Da Unwissenheit bekanntlich nicht vor Strafe schützt, hier ein Überblick über den rechtlichen Rahmen:

Videos ansehen

Prinzipiell ist der reine sogenannte Werksgenuss kein Problem. Das ändert sich aber bei illegalen Inhalten, etwa weil der Einsteller des Videos nicht alle Rechte besitzt. Da beim Ansehen auch eine Kopie auf dem Rechner entsteht, vervielfältigt man auch beim reinen Anschauen streng genommen gleichzeitig den Inhalt - und das ist bei Inhalten ohne entsprechende Erlaubnis oder Lizenz verboten. Eine Sonderregel im Urheberrecht erlaubt zwar flüchtige Kopien.„Bisher gibt es aber noch kein höchstrichterliches Urteil, ob das bloße Anschauen Urheberrechte verletzen kann“, sagt David Pachali vom Urheberrechtsportal „iRights.info“. Allgemein gilt: Wer auf der sicheren Seite sein will, lässt die Finger von offensichtlich rechtswidrigen Inhalten.

Illegale Videos erkennen

IT-Fachanwalt Marcus Werner aus Köln erklärt: „Gefälschte Filme erkennt zum Beispiel an einem leichten Grauschleier oder gespiegelter Schrift“. Weitere Hinweise sind leicht veränderte Bildausschnitte oder Tonspuren. Was die Seriosität der Anbieter angeht, hilft ein Blick ins Impressum: Meist gebe es einen Grund, wenn Plattformen auf irgendwelchen Südseeinseln registriert sind, sagt Pachali. Und natürlich ist es unwahrscheinlich, dass sich ein aktueller Kinofilm irgendwo gratis und legal findet.

Teilen und Verlinken

„Die Verlinkung auf frei zugängliche Inhalte verletzt keine Urheberrechte“, erklärt Pachali. Wer ein Katzenvideo auf Facebook teilt, muss sich keine Sorgen machen

Herunterladen

Ist erlaubt, solange die Videos legal sind. Denn so werden zunächst nur Privatkopien erstellt - und die sind zulässig. Innerhalb des Freundeskreises dürfen sie sogar geteilt werden. Solche Videos dürfen aber wiederum nicht öffentlich zugänglich gemacht werden, zum Beispiel, indem man sie wieder ins Netz stellt. Denn die Verbreitungsrechte haben allein der Urheber und etwaige Lizenznehmer.

Hochladen

Dürfen Nutzer alles, an dem sie die Rechte haben, also in der Regel alles, was sie selbst erstellt haben. Das Problem liegt meist woanders: „Grundsätzlich haben die Plattformen ein Interesse daran, sich relativ umfangreiche Rechte einzuräumen“, gibt Werner zu bedenken. Allerdings ist gerade bei US-Diensten oft strittig, ob bestimmte Klauseln in den Nutzungsbedingungen mit Europäischem Recht vereinbar sind. Wenn die eigenen Videos etwa ungefragt als Werbematerial verwendet werden, sollte man sich aber wehren.

Cover, Remixe, Mashups

Ein Hochladen solcher Videos ist nur erlaubt, wenn der Nutzer alle Rechte an den Inhalten hat. Wer einen aktuellen Song ohne Erlaubnis covert, verletzt das Urheberrecht des Künstlers. Gleiches gilt für Remixe, Mashups oder Aufnahmen von Konzerten. Meist sperren die Plattformen solche Videos. Falls nicht, drohen Abmahnungen oder Unterlassungserklärungen. Das kann teuer werden, da auch alle Anwaltskosten bezahlt werden müssen.

Werbung

Youtube-Stars mit Beauty-, Shopping- oder Schminkkanälen verleiten Jugendliche zur Nachahmung. Doch zeigen oder besprechen sie in ihren Videos bestimmte Produkte, kommen sie leicht mit den gesetzlichen Werberichtlinien in Konflikt. Medienpädagoge Markus Gerstmann rät daher: „Ich würde immer so etwas darunter schreiben wie ,Das ist meine persönliche Meinung‘ oder ,Für die Produkte habe ich kein Geld bekommen.‘“ Sonst müsse das Video als Werbung gekennzeichnet werden oder zumindest klar sein, dass die verwendeten Produkte gesponsert wurden.

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