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Digitalisierung : VHS ins digitale Zeitalter retten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sie gehören zum alten Eisen: Videobänder und -abspielgeräte werden nicht mehr hergestellt. Aufnahmen können digitalisiert werden.

svz.de von
erstellt am 11.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Sie stapeln sich noch immer in vielen Haushalten: Videokassetten mit persönlichen Aufnahmen von der Einschulung, von Geburtstagen und Urlauben am Meer. Daneben verstauben gekaufte Bänder mit Liebesschnulzen und Blockbustern. Wer seine analogen Schätze auch noch in Zukunft anschauen will, sollte allerdings schleunigst etwas tun. Denn mit Funai hat sich der letzte Hersteller aus der Produktion von VHS-Videorekordern verabschiedet. Digitalisierung heißt das Zauberwort, um die Erinnerungen auf DVD oder Festplatte zu übertragen.

Besonders komfortabel sind Kombigeräte aus DVD- und VHS-Rekorder. So kann der Film von der Kassette entweder direkt auf DVD oder erst auf eine integrierte Festplatte kopiert werden. In hoher Qualität passen rund zwei Stunden Videofilm auf eine DVD, durch Komprimierung ist auch die doppelte Spielzeit möglich. Alternativ kann der VHS-Rekorder auch per Scart- oder Cinchkabel mit einem DVD- oder Festplattenrekorder verbunden werden.

Deutlich bequemer und mit mehr Optionen in der Nachbearbeitung gelingt das Überspielen jedoch am Computer. „Unter dem Namen Video Grabber, Video Capture oder Video Konverter gibt es ab rund 10 Euro jede Menge Hardware, die Videosignale über Cinch oder SVHS empfängt, digitalisiert und über USB auf den Computer überträgt“, erklärt Tim Ziemer von der Fachzeitschrift „Chip“. Videorekorder und Video Grabber werden per Kabel miteinander verbunden. „Befindet sich im Gerät nur eine Scart-Buchse, benötigen Sie einen Scart-S-Video-Cinch-Adapter. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Scart-Stecker voll belegt ist“, rät Thorsten Eggeling von der Zeitschrift „PC-Welt“. Im Idealfall verwendet man drei Kabel mit Cinch-Steckern. S-Video-Kabel eignen sich in der Regel nicht, weil die meisten Videorekorder das nötige Signal nicht an der Scart-Buchse bereitstellen.

In den Software-Einstellungen muss beim TV-Standard im Normalfall PAL ausgewählt werden. Die Bildgröße ist mit 720 x 576 Pixeln korrekt bemessen. Bei der Videodigitalisierung müssen Nutzer sich für ein Ausgabeformat entscheiden: Sie können die analogen Aufnahmen etwa als MPEG-2 für Video-DVDs oder MPEG-4 für die Betrachtung am PC ablegen. „Jedes Format lässt sich später konvertieren, etwa zur Veröffentlichung bei Youtube“, so Eggeling.

Nachteil: Eine Neukomprimierung erfordert Zeit, häufig leidet auch die Qualität. Mit dem MPEG-4-Format macht man deshalb keinen Fehler und erhält vergleichsweise kleine Dateien bei ansprechender Bildqualität. Den Ton sollte man mit den Parametern 44,1 kHz und 16 bit Stereo aufzeichnen.

Damit die Filme vollständig auf der PC-Festplatte landen, muss der REC-Button der Software gedrückt werden, bevor das Abspielgerät starten darf. Den kleinen Vorlauf kann man später mit wenigen Mausklicks entfernen. Rund 1,5 Gigabyte Festplattenkapazität sollte man pro Stunde Überspielung einplanen.

Wer keine Lust oder Zeit hat, seine VHS-Bänder selbst zu digitalisieren, findet über das Internet zahlreiche Anbieter, die diese Dienstleistung ab etwa 10 Euro pro Kassette übernehmen.

Egal, für welchen Weg der Digitalisierung man sich für seine VHS-Kassetten entscheidet: Besser wird die Qualität auf keinen Fall, so das Telekommunikationsportal „Teltarif.de“.

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