Social Web : Und Facebook wächst weiter

Die Welt fest im Griff: Täglich besuchen 800 Millionen Menschen Facebook.  Collage: Denny Schröter
Die Welt fest im Griff: Täglich besuchen 800 Millionen Menschen Facebook. Collage: Denny Schröter

Nutzerzahlen des sozialen Netzwerkes sprengen unlängst Milliardengrenze. Auch Werbeinnahmen explodieren

svz.de von
25. Juli 2014, 09:10 Uhr

Der häufige Griff der Facebook-Nutzer zum Smartphone füllt dem weltgrößten Online-Netzwerk die Kasse. Vor allem dank höherer Einnahmen aus mobilen Werbeanzeigen stieg der Umsatz im vergangenen Quartal um 61 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro). Dadurch, dass die Kosten nicht im gleichen Maße stiegen, verbesserte sich der Gewinn von Facebook im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um 138 Prozent auf 791 Millionen Dollar. „Wir hatten ein gutes zweites Quartal“, stellte Facebook-Chef Mark Zuckerberg im kalifornischen Menlo Park zur Präsentation der Quartalszahlen fest.

Und auch die Nutzergemeinschaft wächst stetig weiter: Ende Juni kam Facebook auf 1,32 Milliarden aktive Nutzer im Monat nach 1,28 Milliarden Ende März. Riesige Potenziale bieten sich für Mark Zuckerberg noch in Asien. Bislang verbietet die chinesische Regierung den rund 1,3 Milliarden Einwohnern jeglichen Zugang zum Netzwerk.

Aber auch besonders Smartphone-Besitzer, die sich häufig untereinander austauschen, hat das Online-Unternehmen im Blick: Die Zahl derjenigen, die auch über mobile Apps auf Facebook zugreifen, stieg beachtlich– es waren zuletzt 1,07 Milliarden. Facebook erwirtschaftete zuletzt 62 Prozent seiner Werbeeinnahmen über mobile Apps.

Damit hat Facebook eine beeindruckende Aufholjagd hingelegt: Zum Börsengang vor zwei Jahren hatten viele Anleger die Sorge, dass der Konzern den Anschluss im mobilen Markt verpasst haben könnte – das Gegenteil dürfte nun klar sein.

Und Zuckerberg sieht das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Er stößt in immer neue Bereiche vor und baut vorhandene Produkte aus. So hat Facebook gerade erst die Milliardenübernahme des 3D-Brillen-Spezialisten Oculus VR abgeschlossen. Zuckerberg sieht die virtuelle Realität als mögliche Computerplattform der Zukunft.

Noch in der Schwebe hängt der Zukauf des Nachrichtendienstes WhatsApp, der bis zum Jahresende vollzogen werden soll. Es fehlt die Zustimmung einiger Wettbewerbshüter. Facebook kaufte den Sofortnachrichtendienst im Februar für die Rekordsumme von 19 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatte Facebook auch die Foto-App Instagram geschluckt.

Doch auch die unternehmenseigenen Entwickler des Netzwerkes selbst sind nicht untätig geblieben. So läuft in den USA ein Test mit einem „Kaufen“-Button auf den Facebook-Seiten von Firmen. Kunden sollen hier bestellen können, ohne Facebook verlassen zu müssen. 30 Millionen Firmen haben auf Facebook eine eigene Seite. „Aber niemand soll denken, er kaufe die Dinge von uns“, merkte die rechte Hand des Firmengründers Zuckerberg, Sheryl Sandberg , an.

„Unser Hauptgeschäft ist die Werbung“, so der Chef selbst. Mehr als 90 Prozent der Einnahmen stammen aus Anzeigen, der Rest kommt aus Spielekäufen. „Es gibt noch viele Möglichkeiten“, sagte er.

US-Amerikaner nutzen neun Stunden am Tag digitale Medien, davon entfiele auf Facebook aber weniger als eine Stunde. Zudem wiederholte der Firmengründer sein Ziel, auch die bislang nicht ans Internet angebundenen Menschen zu erreichen – was die Aussicht auf weitere Einnahmen bedeutet.

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