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Digital

15. Dezember 2017 | 07:36 Uhr

Ultra HD: Viele Pixel, viele Fragen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Hersteller versprechen Großes, auf der IFA werden die Fernseher präsentiert – doch lohnt sich der Kauf der neuen Technik schon?

svz.de von
erstellt am 03.Sep.2014 | 21:57 Uhr

Im Wohnzimmer steht die nächste große Veränderung an – glaubt man den TV-Herstellern. Fernseher sollen mit der vierfachen Anzahl an Bildpunkten noch schärfere Bilder liefern als die Full-HD-Fernseher. Erste Geräte mit Ultra HD (UHD) sind bereits zu haben, und auf der Elektronikmesse IFA in Berlin (5. bis 10. September) dürfte der nächste Schwung kommen. Ist der Einstieg in die UHD-Welt schon jetzt sinnvoll? „Aktuell lohnt sich der Kauf von UHD-Fernsehers nicht“, sagt Martin Gobbin von der Stiftung Warentest. So steht noch nicht fest, wie der Nachfolger der aktuellen Blu-ray-Disc aussehen soll und über welche Schnittstellen UHD-Material an UHD-Fernseher übertragen werden soll. Auch gebe es bislang noch kaum UHD-Material zum Ansehen. „Die Geräte können ihre Stärken so garnicht voll ausspielen“, sagt Gobbin. Anders sieht das Roland Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), dem IFA-Veranstalter. „Wenn man jetzt einen UHD-Fernseher kauft, hat man schon ein zukunftsfähiges Gerät“, sagt er. Die Anbieter teurer Geräte verbauten zukunftssichere Anschlüsse oder böten Nachrüstlösungen an. HDMI 2.0 sollte eingebaut sein.

Der Mangel an UHD-Bildmaterial sei kein großes Problem, da die Fernseher niedriger aufgelöstes Material hochrechneten. „Nicht jeder UHD-Fernseher bedeutet einen Vorteil gegenüber einem Full-HD-Fernseher“, sagt „Audiovision“-Chefredakteur Florian Friedrich. Auf Zukunftssicherheit werde zwar bei höherpreisigen Geräten geachtet. „Ob das aber funktioniert, wissen wir nicht.“ Welcher neue optische Datenträger, welche Streaming-Technologie und welcher Anschluss am Ende das Rennen macht, sei noch offen. Ungeklärte Fragen wirft auch der TV-Empfang auf. Schon Full-HD-Geräte werden von den derzeit ausgestrahlten Bildern nicht immer ausgereizt.

„Wer im Moment unbedingt einen UHD-Fernseher haben will, sollte nicht den Billigsten nehmen“, rät Martin Gobbin mit Blick auf Probleme bei schnellen Bewegtbildern. Florian Friedrich empfiehlt deshalb, vor dem Kauf mit mitgebrachtem hochauflösendem Bildmaterial auf einem USB-Stick zu testen – und sich nicht auf die Vorführbilder beim Händler zu verlassen. Sehen die Bilder auf dem UHD-Wunschgerät nicht besser aus als auf dem bisherigen Fernseher, lohne der Wechsel nicht. „Es ist ganz wichtig, dass der Fernseher einen Mediaplayer hat, der auch mit hohen Auflösungen kompatibel ist“, sagt er.

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