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Digital

22. November 2017 | 21:38 Uhr

Technik : UHD bis HDR: Neue TV-Trends

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tipps zum TV-Kauf: Macht ein gebogenes Display Sinn? Sind HDR-Technologie und ein erweiterter Farbraum wichtig?

svz.de von
erstellt am 08.Apr.2016 | 21:00 Uhr

In rund vier Millionen deutschen Haushalten flimmern Nachrichten, Sport und Spielfilme noch immer über einen Röhrenfernseher. Diese Zahl hat TNS Infratest für den Astra-TV-Monitor 2015 ermittelt. Für alle, die umsteigen wollen, hier die entscheidenden Fragen für Käufer.

Für Peter Knaak von der Stiftung Warentest führt an einem Gerät mit Ultra-HD-Auflösung (3840 mal 2160 Pixel) künftig kein Weg mehr vorbei. „In der Größenklasse ab etwa 100 Zentimeter wird UHD bald der Standard sein“, erklärt er. Seine Empfehlung: Wer ein großes TV-Gerät in ein kleines Zimmer stellen will, sollte sich für UHD entscheiden.

Der Grund: „Auf kurze Distanz kann ein normalsichtiger Mensch oder Brillenträger die Pixelstruktur des HD-Displays sehen, nicht aber die feinere Struktur eines UHD-TVs.“ Der hat in jeder Dimension nämlich doppelt so viele Bildpunkte wie ein Full-HD-Gerät. Gerade kommen die ersten UHD-Blu-rays samt Playern auf den Markt.

Experte Knaak geht aber nicht davon aus, dass dies dem Markt spürbare Impulse verleihen wird – im Gegensatz zu den aufkommenden UHD-Angeboten der Streamingdienste: „Wie im Musikgeschäft wird auch die Filmindustrie erleben, dass Datenträger seltener gekauft werden.“

Neben Ultra-HD hört man im Zusammenhang mit Flachbildfernsehern immer öfter das Kürzel HDR. Das bedeutet High Dynamic Range, also großer Dynamik-Umfang. „Gemeint ist dabei ein überdurchschnittlicher Helligkeitsunterschied zwischen Schwarz und Weiß, also ein überdurchschnittlich hoher Kontrast“, erklärt Christoph de Leuw von der Zeitschrift „Computerbild“. Außerdem gehöre ein breiteres Farbspektrum dazu. „Mit Hilfe dieser Optimierungen sollen sich Filme natürlicher und lebensechter darstellen lassen“, sagt der Experte.

Ein besserer Kontrast und natürlichere Farben hätten nach Ansicht von Peter Knaak schon viel früher Einzug in die Geräte halten müssen. Nun seien die Hersteller auf dem richtigen Weg: „Endlich tun sie wieder etwas für die Hauptaufgabe eines Fernsehers: gute Bilder zeigen.“ Der Trend zu UHD passe dazu: Mit dem Plus an Bildpunkten stellten neue Fernseher die feiner abgestuften Farb- und Kontrastverläufe besser dar. Trotzdem werde die Hoffnung auf eine größere Detailfülle durch Ultra HD enttäuscht: „Die ist nur bei einem ungewohnt kurzen Sehabstand sichtbar, bei dem der Zuschauer jedoch – wie in der ersten Reihe mancher Kinos – ständig den Kopf drehen muss, wenn außerhalb der Bildmitte etwas passiert“, sagt Knaak. Bei einem 65-Zoller (165 Zentimeter Diagonale) etwa sei die volle Auflösung nur bis zu einem Sehabstand von 1,25 Meter sichtbar. Alles im Blick hätte der Zuschauer erst ab einer Distanz von zwei Metern.

Von gebogenen TV-Bildschirmen, so genannten Curved-Displays, hält Warentester Knaak nicht viel. Der vielbeschworene Effekt, Zuschauer würden ins Bild gezogen, trete, wenn überhaupt, erst bei außergewöhnlich großen Fernsehern jenseits von 65 Zoll und bei fürs Fernsehen untypisch kurzem Sehabstand auf. Und: „Ein gebogenes Display ist beim Fernsehen eher von Nachteil, weil Reflexionen von Lichtquellen präsenter als auf flachen Displays sind und aufgrund physikalischer Besonderheiten mehr stören“, weiß Knaak.

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