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Jugend hackt : Übers Wochenende Apps bauen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Roboter und Apps: Jugendliche programmieren bei „Jugend hackt“ / App führt zum richtigen Mülleimer

svz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 09:07 Uhr

„Es ist total der Hammer“, sagt die 16-jährige Zora. „Man trifft Leute in seinem Alter, die sich für ähnliche Sachen interessieren.“ Ihre Gruppe hat die Zeit genutzt, um ein vernetztes Armband zu erstellen. Ein Wochenende lang tüftelten 120 Jugendliche an Apps und schrieben hunderte Zeilen Programmcode. Dabei überboten sie sich mit kreativen Ideen. Ein Sensor in dem weißen Reif ist per Bluetooth mit einer Smartphone-App verbunden. Kommt der Träger in die Nähe einer Überwachungskamera, vibriert das Armband. „Die Daten haben wir aus Open Street Map heruntergeladen, Überwachungskameras sind da alle markiert“, erklärt Zoras Teamkollege Jakob. Die Jugendlichen sind gegen Überwachung, mit ihrem Armband machen sie das Thema spürbar. Gleichzeitig können sie sich auch andere Funktionen vorstellen: Beispielsweise könnte man sich vor dem nächsten Supermarkt ans Einkaufen erinnern lassen. Mit ein bisschen Programmierkenntnissen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Simon und Joschua haben in einer Gruppe einen Roboter gebaut. Nun steuert das kleine Gefährt über einen Tisch. „Die Idee war, einen günstigen Roboter für Schulen zu bauen“, erzählt Simons Teamkollege Joschua. Die Jugendlichen haben mehrere einfache Rechner verbunden und können den Roboter nun per Computereingabe steuern. „Das fand ich sehr beeindruckend“, sagt der Mentor der Gruppe, Nicco Kunzmann. Kunzmann studiert Informatik, ihn konnten die Jugendlichen während ihres Projekts um Rat fragen. Doch programmiert haben sie alleine: „Ich fasse die Tastatur nicht an, die tippen alles selbst.“

„Jugend hackt“ heißt das Programm, das von der Open Knowledge Foundation organisiert wird. Die Jugendlichen lernten Gleichgesinnte kennen und setzten gemeinsam Ideen um. Nach dem Kennenlernen am Freitag bastelten die Teams den ganzen Samstag lang an ihren Ideen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Lisa und Larissa haben eine App programmiert, die anzeigt, wo man seinen Müll loswerden kann.

Mülleimer, Glaskontainer oder Sammelstellen der Stadtwerke werden mit wenigen Fingertipps auf einer Karte angezeigt. „In unserer Gruppe hatte bis auf Larissa keiner Erfahrung mit App-Entwicklung“, sagt Lisa. Bis ein Uhr nachts haben sie zusammengesessen, immer wieder online nach Tipps gesucht. „In letzter Minute haben wir das hingekriegt.“ Am Ende gewann die Gruppe den Preis für das beste Design. Die 18-Jährige wird sich bald sogar noch häufiger mit Informatik beschäftigen: Kommende Woche beginnt sie ihr Studium am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut. Auch dazu soll das Hacking-Wochenende ermuntern. Die Organisatoren wollen den Teenagern zeigen, dass sich andere Jugendliche ebenfalls für Technik begeistern. „Der Bedarf ist so groß“, sagt Organisatorin Reimer. Informatikunterricht wird nicht überall angeboten, Pflichtfach ist es nur in Bayern und Sachsen. Projekte wie „Jugend hackt“ wollen diese Lücke füllen. Im vergangenen Jahr fand das Programm zum ersten Mal statt, diesmal kamen doppelt so viele Teilnehmer. Immerhin 20 Prozent von ihnen sind weiblich. Viele können schon programmieren und lernten am Wochenende Neues dazu.

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