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DSL-Tarife : Tücken bei Internetverträgen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Internetanbieter werben gerne mit hohen Geschwindigkeiten. Die liefern die Unternehmen aber längst nicht immer.

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 23:17 Uhr

Der Internetanschluss daheim soll eigentlich nur gut funktionieren, doch allzu oft bereitet er dem Nutzer Kopfschmerzen - vermeidbare?

In der Werbung machen die Provider Lust aufs Surfen: Dick gedruckte Zahlen verheißen hohe Geschwindigkeiten. In der Realität weichen die Werte des Anschlusses aber oft deutlich von dem in der Werbung versprochenen Maximaltempo ab. Das hat auch die Bundesnetzagentur festgestellt. „Hier hat sich unter anderem gezeigt, dass die Anbieter gar keine oder nur wenig belastbare Aussagen zur realisierbaren Datenübertragungsrate machen“, berichtet Bundesnetzagentur-Sprecher Michael Reifenberg. „Dabei sind die Provider verpflichtet, vor Vertragsabschluss zumindest im Kleingedruckten über die wichtigsten technischen Leistungsdaten zu informieren. So sieht es Paragraf 43a des Telekommunikationsgesetzes vor. „Die realisierten Bandbreiten weichen zum Teil deutlich von den beworbenen ab. Das haben diverse Messkampagnen der Bundesnetzagentur gezeigt. 2013 erreichten etwa gut drei Viertel der Nutzer (77 Prozent) eine Geschwindigkeit, die mindestens der Hälfte der vermarkteten Datenrate entsprach. Lahmendes Internet muss man nicht hinnehmen. Vor weiteren Schritten gilt es aber zu klären, ob nicht Faktoren bremsen, für die den Anbieter keine Schuld trifft, erklärt Katja Müller von der Verbraucherzentrale. Zudem müsse die Verbindung dauerhaft lahmen. „Es reicht nicht aus, dass es einmal eine Störung gibt.“ Der Kunde sei in der Pflicht nachzuweisen, dass er langsamer surft als versprochen - und zwar indem er ein Protokoll anfertigt. Sinnvoll ist es, die in den Router-Einstellungen angezeigte Bandbreite fürs Protokoll heranzuziehen. Weicht die Geschwindigkeit den Messungen zufolge dauerhaft ab, setzt man dem Provider zunächst eine Frist zur Beseitung der Beeinträchtigung. Kommt der Provider dem nicht nach, besteht die Möglichkeit, Schadenersatz zu verlangen. „Dazu muss man den Schaden nachweisen“, erläutert Müller. „Unter Umständen kommt auch eine Kündigung wegen Unzumutbarkeit des Vertrags infrage.“ Auf der Suche nach einem Anbieter und Tarif sollte man auch auf die Laufzeit achten. Viele Tarife seien mit zweijährigen Vertragslaufzeiten verbunden - und allenfalls sinnvoll, wenn man ohnehin plane, langfristig bei einem Anbieter zu bleiben. Oft wird zum Vertrag auch ein Sicherheitspaket mit Virenscanner & Co angeboten, das dazugebucht wird, wenn der Kunde nicht widerspricht. „Die sind tendenziell relativ teuer“, sagt Hansen. Die Speed-Drosselung ab einem bestimmten verbrauchten Datenvolumen ist beim Festnetz-Internet noch eher selten. Es gibt aber Drossel-Tarife, die dann im Gegenzug auch deutlich günstiger sein sollten als echte Flatrates.

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