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Alan Barnes : Statt 500 über 200 000 Pfund

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Alan Barnes hat Glück im Unglück: Riesige Reaktion auf Onlinespendenaktion für schwerbehindertes Überfallopfer

Die Reaktion auf ihren Spendenaufruf war überwältigend. Ursprünglich hatte Katie Cutler lediglich ein Spendenziel von 500 Pfund angesteuert, um Alan Barnes bei den Umzugskosten zu helfen. Das war schon innerhalb von Stunden erreicht. Grund für den Umzug war der heimtückische Überfall auf den schwerbehinderten Rentner aus dem nordenglischen Gateshead. Jeder im Ort war entsetzt. Der 67-Jährige ist gerade einmal 1,25 Meter groß, wiegt weniger als 40 Kilo, ist stark sehbehindert und tut keiner Fliege etwas zuleide. Er brachte gerade seine Mülltonne auf die Straße, als ein Gangster ihn ausrauben wollte und dabei zu Boden stieß. Alan brach sich bei dem Fall das Schlüsselbein. Seitdem hat er Angst, in sein Heim zurückzukehren.

Katie Cutler, eine 21-jährige Kosmetikerin, ebenfalls aus Gateshead, entschloss sich zu helfen. Sie organisierte eine Spendenkampagne im Internet. „Ich war so entsetzt“, schrieb sie auf der Webseite Gofundme.com, „dass jemand einen behinderten Rentner angreifen und so grausam sein konnte. Wir können das Geschehene nicht ungeschehen machen. Aber mit einer kleinen Spende können wir die Zukunft schöner machen und Alan zu einem neuen Zuhause verhelfen.“

Aus der ganzen Welt kamen Antworten auf Katies Aufruf. „Was für eine wirklich unglaubliche Geschichte“, schrieb Maryke Van Rensburg aus Südafrika. Bisher spendeten mehr als 16  000 Menschen, und das Geld strömt nur so herein. Bis gestern, nur drei Tage nachdem der Aufruf startete, konnte der „Alan Barnes Fund“ mehr als 200 000 Pfund einsammeln. Katie Cutler ist überwältigt über ihre erfolgreiche Hilfsaktion. „Ich kann es gar nicht glauben“, sagte sie in einem Interview mit der BBC, „wieviele Menschen gespendet haben. Es ist wunderbar, dass etwas so Schlimmes noch so positiv ausgeht.“ Viele Leute haben nicht nur Geld gegeben, sondern bieten auch praktische Hilfe an. Klempner, Elektriker oder Teppichleger offerieren ihre Dienste, andere wollen Möbel für das neue Zuhause stiften.

Auch Alan Barnes, der körper- und sehbehindert, nachdem sich seine Mutter in der Schwangerschaft mit Röteln ansteckte, ist fassungslos über die riesige Reaktion und kann sein Glück kaum fassen. „Ich bin wirklich dankbar und ich werde das Geld nicht verschwenden“, sagte er. Mittlerweile könnte er mit den Spenden einen Bungalow kaufen. Denn eines steht für Alan Barnes fest: „Ich gehe nicht dahin zurück, wo ich vorher wohnte.“

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