Schluss mit Trickserei? : Spotify-Familien-Abo: Streaming-Dienst fragt künftig nach Adressen

Spotify ist die klare Nummer eins im Musikstreaming.
Spotify ist die klare Nummer eins im Musikstreaming.

Das preiswerte Family-Premium-Abo von Spotify ist beliebt – auch unter Freunden. Doch damit soll jetzt Schluss sein.

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17. September 2019, 18:14 Uhr

Hamburg | Wer als Familie unter einem Dach lebt, dem bietet der Musik-Streaming-Dienst Spotify ein ganz besonders lukratives Abo an: Gleich bis zu sechs Mitglieder gleichzeitig können das Premium-Family-Abo für derzeit 14,99 Euro pro Monat nutzen. Ein reguläres Premium-Abo kostet 9,99 Euro monatlich.

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Doch viele Nutzer haben den Begriff "Familie" bisher nicht ganz so ernst genommen und sich etwa mit Freunden zusammengeschlossen, um Musik besonders günstig hören zu können. Bisher war nur die Eingabe einer Postleitzahl notwendig. So sollen laut einem Bericht von Billboard aus dem vergangenen Jahr rund die Hälfte aller Premium-Abos Familien Abonnements sein. Somit ist klar: Spotify geht eine Menge Geld durch die Lappen.

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Datenschützer schlagen Alarm

Doch damit soll jetzt Schluss sein: Spotify hat sich das Recht eingeräumt, die Adressdaten von Premium-Family-Abonnenten abzugleichen. Stimmen diese nicht überein, soll der Anspruch auf das Familienabo verfallen, wie in den verschärften Nutzungsbedingungen nachzulesen ist. Auch The Verge und Cnet berichten über die Neuerung.

Um künftig die Wohnorte der Nutzer zu überprüfen, werden Family-Abonnenten in einer E-Mail darum gebeten, ihre Adressen mithilfe der Dienste von Google Maps anzugeben. Dazu verlangt Spotify einmaligen Zugriff auf die Standortdaten des Smartphones.

Datenschützer schlagen bei dieser Vorgehensweise Alarm. So befürchtet Christopher Weatherhead, Technologieführer der britischen Überwachungsgruppe Privacy International, "besorgniserregende Auswirkungen auf den Datenschutz", wie er Cnet sagt.

Unklar ist außerdem, wie die genaue Überprüfung funktionieren soll, etwa, ob sich der Nutzer tatsächlich zu Hause aufhalten muss, bevor er in die Standortfreigabe einwilligt. Was ist zum Beispiel, wenn ein Familienmitglied sich derzeit im Urlaub im Ausland befindet? Auf Nachfrage von "Spiegel Online" heißt es von Spotify, dass "keine Konsequenzen" zu erwarten seien, wenn man die E-Mail nicht beantwortet.

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