Studie : Social Media: 100.000 Teenager sind süchtig

Rund 100 000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind nach einer repräsentativen Studie der Krankenkasse DAK süchtig nach sozialen Medien.
Rund 100 000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind nach einer repräsentativen Studie der Krankenkasse DAK süchtig nach sozialen Medien.

DAK-Studie zeigt Risiko für Kinder und Jugendliche: „Ergebnisse sind alarmierend“

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02. März 2018, 05:00 Uhr

Ständig chatten, posten und liken: Rund 100.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind nach einer repräsentativen Studie der Krankenkasse DAK süchtig nach sozialen Medien. Für die Untersuchung ließ die Kasse 1001 Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren von Meinungsforschern befragen und rechnete die Ergebnisse auf die Bundesrepublik hoch. Das erläuterte DAK-Vorstandschef Andreas Storm gestern bei der Präsentation der Studie. „Die Ergebnisse sind alarmierend“, ergänzte er. In der Studie zeigten 2,6 Prozent der Teenager ein Suchtverhalten gegenüber sozialen Medien.

Zu den Kriterien zählen die Forscher des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kinder- und Jugendalters ein ständiges Denken an Freunde-Netzwerke oder Messenger-Dienste im Internet. Dazu kommen Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Unruhe oder Traurigkeit, wenn das Handy oder andere Empfangsgeräte nicht in der Nähe sind.

Unter Kontrollverlust verstehen die Wissenschaftler, dass Teenager unfähig sind, ihre Zeit für soziale Medien selbst zu begrenzen. Auch ihr Verhalten kann sich ändern: Kinder und Jugendliche verlieren zum Beispiel das Interesse an Hobbys. Sie lügen über das Ausmaß ihrer Nutzung sozialer Medien und riskieren Freundschaften, Schulerfolg oder Karrierechancen.

Die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen (85 Prozent) ist laut Studie jeden Tag knapp drei Stunden in sozialen Medien unterwegs – Mädchen mit 182 Minuten etwas häufiger als Jungen (151 Minuten). Abiturienten verbringen etwas weniger Zeit online (149 Minuten) als Teenager mit mittlerem oder niedrigerem Schulabschluss (207 Minuten). Am häufigsten nutzen die Befragten Whatsapp (66 Prozent), vor Instagram (14 Prozent), Snapchat (neun Prozent) und Facebook (zwei Prozent).

Unter allen befragten Teenagern ergaben sich durch die Antworten für Forscher bei acht Prozent Hinweise auf eine depressive Neigung. Auffällig war, dass jeder dritte Betroffene mit eher depressiver Stimmung auch zu einer problematischen Nutzung sozialer Medien neigte.

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