Innovationen : So will Google die Welt verändern

Blick in die Zukunft: Der Suchmaschinen-Konzern stellt seine neuesten Projekte vor.
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Blick in die Zukunft: Der Suchmaschinen-Konzern stellt seine neuesten Projekte vor.

Miniradar für die Smartwatch, smarte Bekleidung – das sind nur einige der Zukunftsprojekte des Internetkonzerns

svz.de von
05. Juli 2015, 21:00 Uhr

Der Misserfolg der Datenbrille Google Glass hält den Internet-Riesen Google nicht davon ab, mit großem Risiko an innovativen Ideen zu arbeiten und sie auch früh der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Chefin der Google-Abteilung „Advanced Technologies & Projects“ (ATAP), Regina Dugan, plauderte aus dem Nähkästchen.

„Project Soli“

Da leistungsfähige Mikroprozessoren immer kleiner werden, passt inzwischen nicht nur eine Uhr ans Handgelenk, sondern ein ausgewachsener Computer. Allerdings setzt das Format einer Armbanduhr auch der Größe des Bildschirms und damit der Bedienung mit den Fingern eine natürliche Grenze. Die Google-Forscher sind auf der Suche nach einer bequemen Steuerung der Funktionen des tragbaren Computers im „Project Soli“ auf die Idee gekommen, mit einem winzigen Radar die Bewegungen einer Hand mit allen Fingergesten zu erfassen.  Ivan Poupyrev, der technische Leiter der ATAP-Abteilung, führte vor, wie er mit einer Drehbewegung von Daumen und Zeigefinger in der Luft die Uhrzeit der Smartwatch auf die Minute genau einstellen konnte, ohne einen Drehschalter oder eine Krone berühren zu müssen.

„Project Jacquard“

Ein anderes Moonshot-Projekt von Google, „Project Jacquard“, führte Poupyrev nach London zu einem Edel-Schneider in der Savile Row. Dort ließ sich der Google-Manager eine Anzugjacke aus einem Stoff nähen, den er zuvor von einem Spezialunternehmen in Japan hatte anfertigen lassen. In dem Stoff wurden Metallfäden verwoben, die als Sensoren Berührungen der Hand oder einzelner Finger registrieren. Dieser „smarte“ Stoff kann wiederum auch zur Steuerung von Mobilgeräten eingesetzt werden.

Um das „Project Jacquard“ nicht in eine exklusive Nische abdriften zu lassen, suchte sich Google Unterstützung beim Bekleidungsriesen Levi Strauss. Der Hersteller der Levi’s-Jeans will zusammen mit Google einen Weg finden, die smarten Bekleidungsstücke massentauglich zu machen.

„Project Abacus“

Mit zwei weiteren ATAP-Projekten adressiert Google Herausforderungen rund um das Thema Sicherheit. So soll beim „Project Abacus“  eine Beobachtung von Tipp-Gewohnheiten zusammen mit Gesichts- und Spracherkennung eine deutlich höhere Sicherheit als die Eingabe einer PIN oder eines Passworts liefern.

„Project Vault“

Mit dem „Project Vault“ haben Google-Forscher einen Hochsicherheitscomputer auf eine Chipkarte im MicroSD-Format gepackt.

Die in San Francisco erwähnten technischen Spezifikationen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst hartgesottene Hacker beeindrucken. ATAP-Chefin Regina Dugan verglich Vault mit einem unknackbaren  Safe, den man sich im Haus einbauen lasse, um nicht alle Fenster und Türen verrammeln zu müssen. Dabei geht es nicht nur um das sichere Abspeichern der Daten, sondern auch um einen sicheren Zugriff auf komplexe Verschlüsselungsverfahren, die auch Kommunikationsströme absichern sollen. Christoph Dernbach

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