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Finanzen : So viel taugen Telko-Kombitarife

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Alles aus einer Hand: Internet, Handy, Festnetz und manchmal noch TV. Kombipakete lohnen sich nicht für jeden

Wer im Internet nach neuen Handy-Tarifen sucht, stößt schnell auf sogenannte Kombitarife. Dahinter stecken Pakete aus zwei oder mehr Tarifen für Mobilfunk, Festnetz und manchmal auch für den Fernsehempfang. Es gibt sogar Komplettpakete, die sowohl Mobilfunk-Telefonie und -Daten als auch Festnetz-Telefonie und -Internet sowie ein TV-Angebot umfassen. Problematisch dabei: Oft gibt es viel Leistung bei relativ hoher Grundgebühr. Und das lohnt sich nur, wenn der Umfang aller Einzelleistungen auch wirklich ausgenutzt wird.

Kombitarife gibt es von zahlreichen Anbietern. Ihre Motive für die Angebote liegen auf der Hand: „Es geht um eine stärkere Kundenbindung und weniger Verwaltungsaufwand für die Unternehmen“, erläutert Gerrit Cegielka von der Verbraucherzentrale Bremen. Aus drei Vertragsnummern wird dann oft eine. Dafür gewährt der Vertragspartner seinen Kombi-Kunden einen Preisnachlass.

Ob Kombitarife aber unterm Strich Geld sparen, hängt von der Nutzung ab. Oft ist es günstiger, sich die Tarife einzeln zusammenzustellen, sagt Miriam Rusch-Rodosthenous von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Ein Beispiel: „Wer selten telefoniert oder hauptsächlich Gespräche ins Ausland führen möchte, für den wird sich eine reine Flatrate ins deutsche Netz unter Umständen nicht rechnen.“ Nur wer weiß, was er wirklich braucht, kann passenden Tarif und günstige Anbieter finden. Einen guten Anhaltspunkt liefern alte Rechnungen, rät Rusch-Rodosthenous. Natürlich muss man auch prüfen, ob der Wunschanbieter die jeweiligen Leistungen überhaupt am Wohnort erbringen kann. Dazu bieten die meisten Anbieter Abfrageseiten für Stadt und Straße.

Man darf auch nicht vergessen, die Mobilfunknetzabdeckung des jeweiligen Anbieters zu checken. „Sie ist nicht überall gleich gut“, warnt Verbraucherschützer Cegielka. Wer auf einen guten Empfang in einer bestimmten Gegend angewiesen ist, sollte sich die Netzabdeckung vor Vertragsschluss schriftlich zusichern lassen, empfiehlt Grund.

Nach Auffassung von Cegielka sind Kombitarife grundsätzlich nicht schlecht. „Wenn die Technik nicht funktioniert, sind unter Umständen mehrere Leistungen betroffen“, warnt er. Laufen Festnetz, Internet und Fernsehen über ein einziges Kabel, können sie gleichzeitig ausfallen. Und wer die Rechnung nicht zahlen kann, gefährdet unter Umständen die gesamte Leistung. Bei Einzelverträgen könnten Verbraucher in Notzeiten einzelne Leistungen reduzieren und dafür wichtige Leistungen wie Internet oder Mobiltelefon weiter nutzen.„Verbraucher sollten sich nicht von Lockangeboten beeindrucken lassen“, warnt zudem Verbraucherschützer Cegielka. Es komme häufiger vor, dass ein beworbener monatlicher Grundpreis nicht für die gesamte Laufzeit von 24 Monaten gilt, sondern etwa nur für 12 Monate. Danach steigen die Kosten auf den für den Tarif normalen Grundpreis an. Es lohnt sich also, die Vertrags- und Geschäftsbedingungen zu studieren.

Wie bei allen Laufzeitverträgen im Telekommunikationsbereich gilt auch bei Kombi-Paketen: „Wer sich lange an einen Vertragspartner bindet, nimmt sich seine Flexibilität“, sagt Verbraucherschützerin Rusch-Rodosthenous. Denn Wechseln ist erst nach Ende der Laufzeit möglich. Bis dahin können sie nicht profitieren, wenn es auf dem Markt günstigere oder attraktivere Angebote gibt.

Isabelle Modler

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