Retrogaming : So schön ist alte, pixelige Grafik

Trotz oder vielleicht dank pixeliger Grafik versteht es  Monkey Island, Atmosphäre zu schaffen.
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Trotz oder vielleicht dank pixeliger Grafik versteht es Monkey Island, Atmosphäre zu schaffen.

Warum mehr und mehr Details nicht das Wichtigste für ein fesselndes Spielerlebnis sind und Spieler zu ihren Wurzeln zurückkehren

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11. Juni 2015, 21:00 Uhr

Mit rasanter Geschwindigkeit entwickelt sich die moderne Technik weiter und mit ihr Konsolen, Computer und Spiele. Immer detailreicher und realistischer werden die Grafiken, doch trotzdem liegen neben Neuerscheinungen auch altgediente Klassiker noch immer im Trend.

Bereits 25 Jahre ist es beispielsweise her, dass „The Secret of Monkey Island“ von LucasArts veröffentlicht wurde. Noch heute zählt das Point and Click Adventure zu den beliebtesten Spieleklassikern und Meilensteinen der Computerspielgeschichte. Und dabei kommt es ohne aufwendige Grafik und Animationen aus.

Das Adventure, dessen Spielereihe insgesamt fünf Titel umfasst, erzählt die Geschichte des eher erfolglosen Guybrush Threepwood, der ein berühmt-berüchtigter Pirat werden will. Zu allem Übel kann jedoch selbst im Spiel kaum jemand seinen Namen richtig aussprechen. Gemeinsam mit ihm erlebt der Spieler humorvolle Abenteuer zur Blütezeit der Piraterie. Dabei wird – entgegen dem heutigen Spieletrend – komplett auf die Darstellung von Gewalt verzichtet und das Abenteuer mit pixeliger Grafik überzeugt vor allem mit Charme und Witz.

So wird aus einem Schwertkampf um Leben und Tod ein „Beleidigungsfechten“. Dabei kommt es statt auf Kampftechnik eher auf passende verbale Retourkutschen an und es entstehen Dialoge wie: „Meine Narbe im Gesicht stammt aus einem harten Kampf! Antwort: Aha, mal wieder in der Nase gebohrt, wie?“

Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad sind die gestellten Rätsel schnell oder mit einer Menge Hirnschmalz gelöst. Und das auch für diejenigen, die das Spiel früher mehrfach durchgespielt haben. Zur Lösung ist manchmal Überredungskunst gefragt, mal genaues Hinsehen oder die Suche nach einem fehlenden Hilfsgegenstand.

Wegen der für damalige Verhältnisse zu umfangreichen Geschichte musste der erste Teil in drei Spiele geteilt werden. The Secret of Monkey Island, Le Chucks Revenge und The Curse of Monkey Island. Und auch mit den beiden neueren Fortsetzungen Escape from Monkey Island und Tales of Monkey Island (jeweils mit nicht pixeliger 2D Grafik) wurde bis heute nicht aufgedeckt, was das eigentliche Geheimnis der Insel ist. Selbst Schöpfer und Spieleentwickler Ron Gilbert, der nur an den ersten beiden Spielen beteiligt war, hüllt sich dazu in Schweigen.

Wer sich dieses leicht nostalgische Spielvergnügen nochmal gönnen möchte, kann entweder auf den Emulator „ScummVM“ zurückgreifen oder die völlig überarbeitete Special Version der ersten beiden Spielteile im Handel kaufen. Hier erwarten den Spieler eine komplett handgezeichnete Full-HD-Grafik sowie ein neuer Midi Soundtrack, die entgegen der Befürchtung vieler Fans das Spielerlebnis nicht „kaputt machen“.

Auch andere Klassiker wie Indiana Jones and the Fate of Atlantis, Day of the Tentacle, Simon the Sorcerer, Maniac Mansion und Loom sind inzwischen auch für moderne Geräte zu haben.

Gerade die Tatsache, dass nicht die Grafik dieser Spiele entscheidend ist, sondern Handlung, Charaktere und Atmosphäre, machen sie so fesselnd. Und ein wenig Nostalgie hat ja bekanntlich noch niemandem geschadet.

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