Rechteprobleme in Deutschland : Smudo: „Total peinlich“

Streit um Millionen: Die Gema verlangt von Youtube  Geld für jedes abgespielte Video.   Die Macher des Videoportals wollen nicht zahlen. Die Folge: Schwarze Bildschirme bei deutschen Nutzern.
Streit um Millionen: Die Gema verlangt von Youtube Geld für jedes abgespielte Video. Die Macher des Videoportals wollen nicht zahlen. Die Folge: Schwarze Bildschirme bei deutschen Nutzern.

Video der „Fanta4“-Rapper auf eigener Webseite von Youtube gesperrt

svz.de von
23. März 2014, 18:29 Uhr

„Total peinlich“, motzte Smudo, der berühmte Rapper von der Gruppe „Fantastischen Vier“ auf Twitter. Grund für den Ärger war eine Erfahrung, die jeder deutsche Youtube-Nutzer mittlerweile gemacht haben dürfte. Statt das gewünschte Musikvideo zu spielen, blendet Youtube eine Sperrtafel ein, weil es in Deutschland Probleme mit den Rechten für den Clip gebe.

Ärgerlich für Millionen Videogucker, aber schon von Ironie im Fall der „Fanta4“. Ihre eigene Webseite blieb teilweise schwarz, weil Youtube das Abspielen des eingebetteten Videos verhinderte.

Bis zu 60 Prozent der aktuellen Musikvideos bleiben hierzulande unsichtbar. In den USA, der Schweiz und Österreich sind es knapp ein Prozent. Hintergrund dieser Sperr-Manie ist banal: Es geht um Millionen. Youtubes Gegenspieler ist hierbei die Gema, die in Deutschland die Online-Verwertungsrechte von Künstlern wahrnimmt. Die Gema möchte, dass Youtube pro abgespieltem Video zahlt – und zwar eine nach internationalen Maßstäben stattliche Vergütung. Youtube ist dazu nicht bereit und umgeht das finanzielle Risiko, indem bei deutschen Nutzern der Monitor schwarz bleibt.

Seit Jahren duellieren sich Youtube und die Gema vor Gericht. Kürzlich errang die Gema einen Etappensieg. Youtube musste seine Sperrtafeln abändern und darf nicht mehr den Eindruck erwecken, als habe die Gema die Sperrung verlangt. Wie die Gerichte am Ende die Geldfrage entscheiden, ist aber noch völlig offen. Ebenso, wann dies geschieht.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht. Mittlerweile gibt es mehrere Programme, welche die Youtube-Sperren problemlos umgehen. Sie verschleiern die IP-Adresse des Nutzers und gaukeln dem Videoportal so vor, der Nutzer komme gar nicht aus Deutschland. Diese „Add-ons“ sind für jeden Browser kostenlos erhältlich. Zur Sicherheit sollten sie aber nur über seriöse Quellen heruntergeladen werden, etwa offizielle App-Stores oder Webseiten großer Computerzeitschriften.


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