Kinder & Technik : Smartphones richtig einrichten

<p>Bevor Kinder das Smartphone allein bedienen, sollten Eltern die Funktionen erklären.</p>

Bevor Kinder das Smartphone allein bedienen, sollten Eltern die Funktionen erklären.

Weniger ist mehr: Eltern sollten Mobilgeräte für eine kindgerechte Nutzung vorbereiten und mit ihnen über Risiken sprechen

svz.de von
16. September 2015, 21:00 Uhr

Eltern sollten sich intensiv mit Geräten beschäftigen, die ihre Kinder nutzen - am besten bereits vor dem Kauf.

„Bei  Smartphones und Tablets befinden sich nämlich die Funktionalitäten für Kindersicherung unter ganz unterschiedlichen Menüpunkten“, sagt Ingrid Bounin vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ). Wer nicht will, dass das Kind mit einem iPhone im Netz surft, könne unter „Einstellungen/Allgemein/Einschränkungen“ den Safari-Browser Safari deaktivieren. Unter dem gleichen Menüpunkt ließen sich etwa auch Kamera, App-Installationen oder In-App-Käufe sperren. Bei Androiden findet sich Ähnliches im Play Store unter „Einstellungen/Jugendschutzeinstellungen/ Authentifizierung für Käufe“. Am Gerät selbst gibt es in den Einstellungen ebenfalls viele Funktionalitäten, die man sperren kann.„Man muss sie leider einzeln durchgehen“, sagt die Medienexpertin.

Dann sollten sich Eltern noch vor der Gerätübergabe mit den Kindern hinsetzen, um Funktionen zu erklären und vorzuführen - etwa das Aufrufen und Ändern der Sicherheitseinstellungen, rät Kristin Langer von der Initiative „Schau hin“. Gut sei es auch, wenn der Nachwuchs weiß, wann GPS, WLAN oder Bluetooth besser ausgeschaltet bleiben.

Kinder müssten auch lernen, wie ein sicheres Passwort aussieht und wie man es regelmäßig ändert. Den sorgsamen Umgang mit eigenen wie fremden Daten gelte es ebenso anzusprechen wie den Umgang mit einem Handy-Budget.  „Statten Eltern ihre Kinder mit einem Gerät aus, das über eine Prepaid-Karte Gespräche und SMS abrechnet, können Kinder üben, sich das Guthaben einzuteilen“, erklärt Langer. Unerwünschten Online-Käufen könne man vorbeugen, indem man Pop-up-Fenster sowie Push-Nachrichten deaktiviert und mit den Kindern über Onlinewerbung und deren Ziele spricht.

Bei gemeinsamer Nutzung von Geräten sollten Eltern vermeiden, Passwörter zu speichern sowie Kredit- und andere Bankkarten verschlossen aufbewahren. „Smartphone und Tablet können mit einem Passwort geschützt werden, so dass die Nutzung nur verabredet stattfindet“, rät Langer zudem. Kinder müssen zudem wissen, was sie im Netz nicht preisgeben dürfen: „Vor- und Zuname, verbunden mit der Adresse sind tabu, ebenso die Angabe von Telefonnummern und Handykontakten“, warnt Langer. Und so wie Kinder zurückhaltend mit eigenen Fotos im Netz umgehen müssen, sollten dies auch Eltern mit Bildern von sich und ihren Kindern tun.

Wer verhindern möchte, dass die Kleinen bestimmte Apps oder Seiten aufrufen, der kann Kindersicherungs-Apps wie Kids Place oder Kyte Phine installieren. „Diese Apps legen über die gewohnte Ansicht eine Art Maske, auf der nur die Apps zu sehen sind, die man vorher für sein Kind freigegeben hat“, erklärt Susanne Onnen von der LMZ.

Jugendschutz-Apps kontrollieren den Internetnutzung indes so, dass nur der Zugriff auf kindgerechte Seiten möglich ist. Zwölf solcher Apps für Android hat das AV-Test-Institut geprüft. Unterm Strich machten fast alle geprüften Apps einen guten Job, so das Testfazit.  Die größten Unterschiede lägen im Funktionsumfang. So können etwa nur die Apps von F-Secure, Mobicip, Net Nanny und Symantec schon die Suchmaschinen-Trefferlisten kindgerecht filtern.

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