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Datenschutz : Smart-Home-Apps als Datensammler

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nutzer von Handysteuerungen für Geräte im Haushalt müssen sich der Sicherheitsrisiken bewusst sein

Die Heizung vom Büro aus steuern und das Licht mit dem Smartphone bedienen - was klingt wie eine Zukunftsvision, ist mit Smart-Home-Technik und passenden Apps längst möglich. Allerdings sollten Verbraucher auch die Risiken der Technik kennen, warnte Stefan Nakazi von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Für mich wiegen die potenziellen Kosten noch nicht den Nutzen auf.“ So wissen die Apps zum Beispiel je nach Funktion relativ viel über den Verbraucher und können diese Daten auch weitergeben. „Für viele Unternehmen ist es natürlich schon interessant zu wissen, wann jemand nach Hause kommt“, sagte der Verbraucherschützer.

Was ein System genau weiß und weitergibt, ist für den Nutzer nur schwer erkennbar. „Das ist von App zu App vermutlich sehr unterschiedlich“, erläuterte Nakazi. Eventuell hilft ein Blick in die Datenschutzerklärung - darin erklären Hersteller zum Beispiel, ob sie die Daten nur für eigene Zwecke sammeln oder ob sie diese auch an Dritte weitergeben. Wirklich sicher sei aber nur die Radikallösung, sagte Nakazi. „Wenn ich viel Wert auf Datenschutz lege, brauche ich ein System, dass sich ohne App und Internetzugang programmieren lässt.“ Schöne Spielereien, etwa das Vorheizen der Wohnung auf dem Weg nach Hause, fallen dann zwar weg. Für die meisten sollte das aber kein großer Verlust sein, findet der Experte. „Wie oft muss ich ein Thermostat wirklich neu einstellen, wenn ich es einmal programmiert habe?“ Denn hinzu kommt auch, dass von den Apps noch ein weiteres Sicherheitsrisiko ausgeht - schließlich kann das Smartphone, das das Haus steuert, auch mal in fremde Hände fallen. Dann drohen echte Gefahren: Ein Einbrecher könnte zum Beispiel die Rollos hochfahren und durchs Fenster einsteigen.

Etwas sicherer sind nach Meinung des Verbaucherschützers Systeme, die über das heimische WLAN, aber nicht über das Internet funktionieren. „Das Smartphone ist dann zu Hause quasi die Fernbedienung“, erklärte er. Fällt es in fremde Hände, können Diebe oder Finder das Haus wenigstens nur steuern, wenn sie in Reichweite des Routers sind. Datensammler können solche Smart-Home-Lösungen aber ebenfalls sein.

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erstellt am 15.Jan.2014 | 16:34 Uhr

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