Goldener Onlinepreis 2015 : Silver Surfer für alle Fälle

Robert Bath

Robert Bath

Greifswalder Robert Bath zeigt Senioren den Weg in die digitale Welt und erhielt dafür den Goldenen Internetpreis

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06. November 2015, 21:00 Uhr

Um auch im Alter nicht den Anschluss zu verlieren, nutzen immer mehr Senioren das Internet. Der Greifswalder Robert Bath ist einer von ihnen. In Berlin wurde er kürzlich für sein Engagement ausgezeichnet, ältere Menschen in die digitale Welt zu führen.

Internetnutzer ab 50 Jahren werden in Fachkreisen „Silver Surfer “ genannt. Warum? Als Antwort fährt sich der 63-Jährige durch die silbergrauen Haare: „Muss an der Haarfarbe liegen.“Doch im Gegensatz zu vielen seiner Altersgenossen kennt Bath sich in der digitalen Welt gut aus. „Durch meine Selbstständigkeit musste ich mich immer selbst um alles kümmern. Auch um die IT“, sagt er.

Sein Fachwissen behält der 63-Jährige nicht für sich, sondern gibt es an Senioren im ganzen Landkreis weiter. Im Mehrgenerationenhaus „Bürgerhafen“ in Greifswald fand er seine ehrenamtliche Wirkungsstätte.

Vor Ort und vor allem in vielen ländlichen Gemeinden unterrichtet er Senioren im Umgang mit PCs, Smartphones und dem Internet. Dabei sei besonders Geduld und Fingerspitzengefühl wichtig. Jeder seiner „Schüler“ habe unterschiedliche Voraussetzungen: Manche müssten sich erstmal an ein neues Gerät heran trauen oder kämen daheim bei den Erklärungen ihrer Kinder einfach nicht hinterher.

Bei seiner Tätigkeit erlebt er Kommentare wie „Hilfe, ich habe das Internet kaputt gemacht“. Auch, dass stärkeres Drücken auf das Touch-Display keine bessere Wirkung erzielt, muss er des öfteren erklären. Trotzdem seien die Senioren sehr lernfreudig, lobt der Greifswalder.

Vor allem auf individuelle Probleme versucht er einzugehen – auch wenn das schwierig ist. Denn „alle nutzen verschiedene Systeme und Programme.“ Darum sei es auch so wichtig, die Kurse des Bürgerhafens nicht zentral in Greifswald anzubieten, sondern direkt vor Ort.

Am häufigsten würde die Generation 60 Plus das Internet nutzen, um mit der Familie in Kontakt zu bleiben, sagt Bath. „Viele der Senioren haben – als sie eine Whatsapp-Nachricht an ihre Enkel verfassen sollten – erst nach Tagen mit der Antwort gerechnet“, erinnert er sich. Natürlich kam diese schon nach wenigen Minuten. Das weckte bei den Senioren schnell Begeisterung für die Technik.

Sein Engagement wird der Greifswalder auch nach dem Eintritt in die Rente fortführen. Denn das lebenslange Lernen ist für Robert Bath nicht nur Wunsch, sondern inzwischen auch Aufgabe.

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