zur Navigation springen

Jubiläum : Sie haben Post – die E-Mail wird 30

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Laura schreibt Michael: Am 3. August 1984 kam die erste elektronische Post auf einem deutschen Server in Karlsruhe an

Vor 30 Jahren begann das E-Mail-Zeitalter in Deutschland – genauer gesagt am 3. August 1984 um 10.14 Uhr. An diesem Tag erhielt Michael Rotert die erste E-Mail, die in die Bundesrepublik geschickt wurde. Sie kam von Laura Breeden aus Cambridge im US-Staat Massachusetts und war der Startschuss für den Einzug eines neuen, modernen Kommunikationsmediums, das sowohl die Arbeitswelt als auch die private Interaktion verändern sollte.

Damit die elektronische Nachricht ankommen konnte, richtete Rotert den ersten Mailserver in Deutschland ein. Anders als heute war Spam zu jener Zeit noch kein Thema. Schließlich war die elektronische Post zunächst noch mit Kosten verbunden: Umgerechnet 20 Cent mussten für eine A4-Seite bezahlt werden. Teuer waren auch die digitalen Leitungen der damaligen Deutschen Bundespost. „Da kamen schnell 30 000 Mark im Monat zusammen“, sagt der 64-jährige Badener.

Heute sei die E-Mail das „Rückgrat des Internets“, stellt der Geschäftsführer der Webmail-Anbieter web.de und GMX, Jan Oetjen, fest. Das Unternehmen schätzt die Zahl der in diesem Jahr in Deutschland versendeten Mails auf 504,4 Milliarden – 6,9 Prozent mehr als 2013. Daran war vor 30 Jahren noch nicht zu denken.

Die E-Mail ist für die Menschen immer wichtiger geworden. Die freundliche Stimme, die mit „Sie haben Post“ eine neue Nachricht ankündigte, ist dem einen oder anderen sicherlich noch in Erinnerung geblieben. In privaten Kreisen hat die elektronische Post immer mehr den traditionellen Brief und die Postkarte ersetzt. Schnappschüsse und Grüße lassen sich per Smartphone innerhalb weniger Sekunden direkt aus dem Urlaub in die Heimat schicken. Briefe können bei dem Tempo natürlich nicht mithalten. Aber immerhin haben sie zumindest vor der E-Mail langjährige Freundschaften geprägt.

Heute ist die traditionelle Post jedoch gefühlt in den Hintergrund gerückt und auch die E-Mail scheint an Bedeutung zu verlieren. Da Nutzer mit Smartphones und Tablets immer online sind, laden sie lieber Fotos bei Facebook oder Twitter hoch und kommunizieren über die sozialen Netzwerke. So gehören E-Mails mit langen Betreffzeilen wie „AW: AW: AW: AW: Mittagessen“ der Vergangenheit an.

Einer Umfrage des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) zufolge, sieht ein gutes Drittel der Bevölkerung mittelfristig ein Ende der E-Mail. 36 Prozent der Verbraucher geben der E-Mail demnach noch maximal 15 Jahre.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen