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Einkaufen im Netz : Schattenseiten des Online-Handels

vom
Aus der Onlineredaktion

Inkassounternehmen und Schufa profitieren von säumigen Zahlern. Bestellbetrug nimmt zu

svz.de von
erstellt am 09.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Ein paar Klicks und schon sind das tolle Kleid oder der neue Fernseher ausgewählt und an der virtuellen Kasse bezahlt. Der Online-Handel macht den Konsum einfach, schnell und bequem. Doch damit kommt nicht jeder Verbraucher zurecht. Mancher verliert den Überblick über seine Rechnungen – und auch die organisierte Kriminalität auf Kosten der Händler greift um sich, wie der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) berichtet.

Der Einkauf im Internet ist ein anonymes Distanzgeschäft, bei dem sich Anbieter und Kunde nicht in die Augen schauen, ganz im Gegensatz etwa zum Handwerker, den man ins Haus bestellt und vielleicht schon vorher persönlich kannte. Manche Handwerker sind deshalb möglicherweise auch etwas zurückhaltender, wenn es darum geht, ihr Geld bei säumigen Auftraggebern einzufordern. Im Internet-Handel dagegen weiß man sich zunehmend zur Wehr zu setzen.

„Bei den Auftraggebern der Inkassounternehmen liegt der Online-Handel auf Platz eins“, sagt BDIU-Sprecher Marco Weber. Da sei eine neue Generation von Unternehmern herangewachsen, die bei Zahlungsverzug auf professionelle Hilfe setze.

Auch die Auskunftei Schufa profitiert vom wachsenden Bedarf nach Personen- und Bonitätsauskünften: „Wir wachsen im Kerngeschäft mit Banken sowie im Online-Handel und im Privatkundengeschäft“, sagte Schufa-Chef Michael Freytag kürzlich der „Wirtschaftswoche“.

Bei Deutschlands zweitgrößtem Online-Händler Otto.de sieht man zwar keine Probleme mit säumigen Käufern, doch zugleich sei eine Zunahme von Betrugsversuchen zu beobachten. Als besonders anfällig gilt der Kauf auf Rechnung, weil hier die Händler in Vorleistung gehen, wie Sebastian Schulz vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland sagt. Trotzdem wird gut ein Fünftel der bestellten Waren über Rechnung bezahlt.

Mit dem Boom wittern derweil auch Kriminelle ihre Chance: Von Warenauslieferungen über Strohmänner und falsche Lieferadressen in leerstehenden Häusern bis hin zum Abfangen von Paketboten – der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Auch die Landeskriminalämter haben den Bestellbetrug im Visier, wie Schulz sagt. Generell müsse die Branche einen Spagat bewältigen, wenn sie den Internet-Einkauf möglichst bequem für Verbraucher gestalten und zugleich ihre eigenen Schäden möglichst gering halten will. „Am Ende des Tages ist das eine unternehmensinterne Risikoabwägung.“

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