App : „Quizduell“ erobert Handys

Millionen Menschen messen sich in dieser App / Nach Buch könnte es bald auch eine Fernsehsendung geben

von
09. März 2014, 19:30 Uhr

Wo steht der Eiffelturm? Welchen Beruf hat Super Mario? Und wie heißt die Erzieherin von Biene Maja? Millionen von Nutzern messen sich mit solchen Fragen in der App „Quizduell“. Das Game aus Schweden löste ein Spielfieber aus, seit Monaten hält es sich in der Spitze der Download-Charts. Die Frage nach dem Eiffelturm ist übrigens die einfachste: Mehr als 99 Prozent antworten richtig mit „Paris“.

Die Idee für das Spiel kam dem 26-jährigen Henrik Willstedt bei einer Diskussion mit seinem Bruder Robert. Sie wollten ein Spiel programmieren, doch ihnen fiel zunächst nichts ein. „Dann habe ich Robert gesagt, ich werde nicht wieder ins Zimmer kommen, bis ich eine Idee für ein neues Spiel habe“, sagte Henrik Willstedt. Kurze Zeit später unterbreitete er seinem Bruder den Vorschlag für „Quizduell“. Gemeinsam mit einem befreundeten Bruderpaar legten die Schweden los.

„Quizduell“ ist so simpel wie fesselnd. In der App treten Spieler gegeneinander an und beantworten Wissensfragen. Weil man gegen reale Gegner spielt, wird der eigene Ehrgeiz angestachelt. Henrik Wilstedt berichtet von Studenten, die ihre Professoren schlagen. Allein in Deutschland spielen nach Angaben der Entwickler sieben Millionen Menschen „Quizduell“, insgesamt sind es 19 Millionen Nutzer.

„Es gibt generell einen Trend hin zu mobilen Spielen“, sagt Peter Tscherne von der Stiftung Digitale Spielekultur. Die Stiftung vergibt den jährlichen Computerspielpreis. Die Handy-Spiele hätten den Markt erweitert: Denn auf dem Smartphone spielen auch ältere Menschen und Frauen, die vor zehn Jahren vielleicht nicht zur Spielekonsole gegriffen hätten. Bei mobilen Spielen stehe oft Geschicklichkeit, Lernen oder Abenteuer im Mittelpunkt, sagt Tscherne. „Handyspiele sind selten so gewalthaltig, wie man das von früheren Spielen kennt.“

Stattdessen sammeln Millionen Spieler virtuelle Süßigkeiten bei „Candy Crush“ ein oder ziehen Linien bei „Jelly Splash“. Hinter den kleinen Apps steckt ein großes Geschäft. So verdiente der „Candy Crush“-Entwickler King Entertainment im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Milliarde Dollar. Jetzt geht das Unternehmen an die Börse.

Die Konkurrenz ist groß. Jeden Monat kommen etwa 1000 Spiele neu in die App-Plattformen, wird geschätzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen