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Haustiere : Per Doppelklick zum Sitterglück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit Handy-Apps und Social Media werben Plattformen für private Tiersitter / Vorher sollten Besitzer die richtigen Fragen stellen

svz.de von
erstellt am 24.Sep.2014 | 15:20 Uhr

Sie werben mit Ortsnähe, zuverlässigen Bewertungen und günstigen Preisen: Immer mehr Online-Plattformen zur Vermittlung von privaten Tiersittern sind in den vergangenen Monaten in Deutschland gestartet.

Der Bedarf an Aufpassern ist groß. „Monatlich wächst unsere Nutzerzahl um 30 Prozent“, sagt Sascha Krieger von bibulu.de aus Berlin. In Europa habe das Unternehmen nach eigenen Angaben 40 000 Nutzer und 25 000 gebuchte Übernachtungen. Auch Pawshake Deutschland gibt es erst seit kurzem. „Im Moment wird auf unserer Plattform jede Minute eine Nachricht verschickt zwischen Tiersittern und -besitzern“, sagt Sabrina Klob. Schon länger gibt es das Berliner Angebot betreut.de. Dort gab es im ersten Halbjahr 2014 mehr als 10 000 Job-Angebote im Bereich Tierbetreuung, sagte Sprecherin Julia Beck.

Dass die Nachfrage steigt, davon sind auch unabhängige Experten überzeugt: „Der Bedarf ist da, weil immer mehr Hunde und Katzen gehalten werden“, sagt Barbara Schöning vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) in Hamburg. Das Prinzip der Plattformen ist einfach: Wer gern auf Hunde aufpasst, erstellt ein Profil. Wer jemanden für seinen Vierbeiner sucht, kann sich unter diesen Profilen eines aussuchen.

Im Gegensatz zu Hundepensionen würden die Tiere bei Privatpersonen oft in einem familiären Umfeld betreut, das dem gewohnten näherkomme, sagt Krieger. Die Tiersitter würden überprüft, erhielten Bewertungen und die Bezahlung werde über die Seite abgewickelt, erklärt Klob. Ein Kennenlerntreffen können Onlinebewertungen aber nicht ersetzen. „Nur so können Tierbesitzer sehen, ob man in Sachen Umgang mit Tieren auf einer Wellenlänge liegt“, sagt Klob. Die privaten Hundesitter sind Tierliebhaber, die oft selbst Hunde besitzen und den Gasthund bei sich zu Hause unterbringen, sagt Krieger. Sie sollten Erfahrung mit Hunden haben, empfiehlt Beck.

Die Websites finanzieren sich meist über eine Vermittlungsgebühr, die zwischen 10 und 20 Prozent des Betrags ausmacht. Die Hundesitter legen selbst fest, wie viel ihre Dienste kosten. Die Preise liegen zwischen 10 und 25 Euro am Tag, sagt Krieger. Katrin Umlauf vom Deutschen Tierschutzbund warnt: „Ein Tagessatz von mehr als 25 Euro ist nicht gerechtfertigt.“ Sowohl bei Hundepensionen wie bei privaten Sittern gibt es kein offizielles Qualitätssiegel.

Umlauf hält es für vorteilhaft, Tiere wie Katzen in der gewohnten Umgebung zu versorgen. Auf keinen Fall dürfe Hundebetreuung während eines Urlaubs nur stundenweise stattfinden. „Wir lehnen es ab, wenn die Hunde alleine zu Hause bleiben und nur morgens und abends eine halbe Stunde ausgeführt werden.“

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