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Digital

18. November 2017 | 17:16 Uhr

Schadsoftware : Notoperation für den PC

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wenn sich trotz Virenschutz Schädlinge auf dem Rechner breit machen, helfen nur noch Rettungssysteme

Plötzlich lahmt der PC oder macht komische Sachen, vom Internet-Provider kommt die Nachricht, dass vom eigenen Rechner bedenkliche Aktivitäten ausgehen. Wem das passiert, der hat mit großer Sicherheit Viren oder Trojaner auf dem Rechner. Mit gängigen Schutzprogrammen kann man den Schädlingen dann kaum noch beikommen. Hier kommen sogenannte Rettungssysteme zum Einsatz.

Schadprogramme könnten sich auch auf Rechnern einnisten, die über ein aktuelles Anti-Viren-Programm verfügen, erklärt Markus Schaffrin, Projektleiter Sicherheit beim eco, dem Bundesverband der deutschen Internetwirtschaft. Schon der Besuch einer Website mit einem unaktuellen Browser kann ausreichen, um sich Schadsoftware einzufangen.

Dann hilft nur noch eins: „Von außen auf das betroffene System draufschauen, und zwar mit einem garantiert sauberen System“, sagt Jürgen Schmidt vom Fachmagazin „heise security“. Idealerweise mit einem Rettungssystem mit einem oder mehreren Viren-Scanner und Datenrettungsprogrammen.

Rettungssysteme werden meist für CD oder DVD angeboten. Praktischer ist es, sie auf USB-Sticks zu installieren, da viele Rechner keine optischen Laufwerke mehr haben.

Bei der Wahl des Rettungssystems hat der Nutzer die Qual. Die Erste Hilfe muss aber nicht mal etwas kosten. Viele Hersteller von Antiviren-Programmen bieten die Rescue-CD oder Rescue-System genannten Softwarepakete auf ihren Webseiten an, ebenso PC-Zeitschriften oder Initiativen wie „botfrei.de“. Am besten ist ein System, das nicht vom gleichen Hersteller stammt wie das eigene Antiviren-Programm.

Bei Avira kann leicht ein USB-Stick mit allen notwendigen Programmen gefertigt werden. Ähnlich einfach geht es auch bei Kaspersky zu. AVG bietet verschiedene Dateien für CD oder USB-Sticks an. Bei F-Secure wirkt die Oberfläche, die über die Pfeiltasten bedient wird, nicht mehr ganz zeitgemäß. Sophos schickt Interessenten für die Herstellung eines Bootmediums auf die eher abschreckende Kommandozeile.

Eines der vermutlich benutzerfreundlichsten Rettungssysteme ist das DE-Cleaner Rettungssystem. Das Rettungssystem steht unter „botfrei.de“ als Download für DVD oder den USB-Stick zur Verfügung und lässt sich leicht handhaben, sagt Markus Schaffrin. Auch Microsoft hat eine Lösung für kränkelnde Windows-PCs. Den Windows Defender Offline gibt es mit verständlichen Anleitungen für die einzelnen Windows-Versionen.

Die PC-Zeitschriften wie „Computerbild“ und „PC Welt“ bieten auf ihren Webseiten ebenfalls Rettungssysteme an. Bei „Computerbild“ gibt es zwar reichlich Tools, um ein anderes Betriebssystem zu untersuchen und zu reparieren, mit ClamAV ist aber nur eine Antiviren-Software dabei. Die „PC-Welt“-Rettungs-CD bietet neben ClamAV auch noch die Scan-Engine von Avira. Um auch neue Schädlinge zu bekämpfen, wird das Programm laufend aktualisiert, erklärt Arne Arnold von der „PC Welt“.

Vier verschiedene Antiviren-Programme stecken in „Desinfec't“, dem Rettungssystem der Zeitschrift „c’t“. Aktuell gibt es nur eine Vorjahresversion, die Aktualisierung ist aber in Arbeit. Als Download gibt es „Desinfec't“ allerdings nicht, nur auf der Heft-CD.

Auf dem Markt gibt es aber auch fertige Systeme – etwa den FixMeStick. Er kostet knapp 60 Euro, hat dafür aber gleich drei Antiviren-Programme integriert, ebenso Lösungen zur Datenrettung. Sein Vorteil: Es gibt ihn auch für Mac-Systeme.

In den meisten Fällen können die genannten Notfallsysteme befallene PCs retten. Stoßen sie an ihre Grenzen, hilft nur noch die Radikalkur, sagt Markus Schaffrin: „Da raten wir dann zur Neuinstallation von Windows.“

 

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