Messenger : MegaChat - Kim Dotcoms neuester Coup

Kim Dotcom lebt seit 2010 in Neuseeland.
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Kim Dotcom lebt seit 2010 in Neuseeland.

Der Internetunternehmer will Skype Konkurrenz machen - und ist mit seinen Plänen wie gewohnt selbstbewusst.

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30. Dezember 2014, 14:32 Uhr

Kim Dotcom ist pleite, in den USA droht ihm ein Urheberrechtsprozess wegen seiner Tauschplattform Megaupload - und trotzdem geht der Internetunternehmer in die Offensive. Bei Twitter kündigte Dotcom, der eigentlich Kim Schmitz heißt, aus Kiel stammt und jetzt in Neuseeland lebt, seinen Messenger MegaChat an. Das browserbasierte Tool soll Video- und Text-Chats möglich machen - und anderen Messengern wie Skype Konkurrenz. Außerdem soll MegaChat ermöglichen, Daten in hoher Geschwindigkeit hin und herzuschicken.

US-basierten Diensten könne man nicht vertrauen, weil sie der Regierung Hintertüren öffnen müssten, twitterte Kim Dotcom weiter.

Die USA hatten Kim Dotcoms Plattform Megaupload abgeschaltet. Sie werfen ihm vor, dass Nutzer darauf im großen Stil Material herunterluden und teilten, ohne für Urheberrechte zu zahlen. Anfang 2012 gab es eine spektakulären Razzia auf seinem Anwesen. Die Polizei schwebte mit Hubschraubern und Dutzenden Beamten ein und holte Dotcom aus einem verbarrikadierten Sicherheitsraum. Auf Antrag der US-Ankläger beschlagnahmten die Neuseeländer Luxusautos, Gemälde, Bargeld und Schmuck. Dotcom kam für ein paar Wochen in Untersuchungshaft.

Ein Auslieferungsverfahren bleibt Kim Dotcom erspart. Ein Richter in Neuseeland lehnte am 1. Dezember den Antrag der Ankläger ab, ihn bis zum Auslieferungsverfahren im Juni nächsten Jahres in Untersuchungshaft zu nehmen. Er sehe keine Anzeichen dafür, dass Dotcom fliehen könnte, sagte der Richter nach Angaben der Zeitschrift „National Business Review“.

Inzwischen gibt es eine neue Tauschplattform aus dem Hause Dotcom: Mega. Der Clouddienst hat derzeit rund 15 Millionen Abonnenten.

Wie es mit MegaChat weitergeht? Kim Dotcom verspricht Neuigkeiten in den kommenden Wochen - und Einladungen zu einer Beta-Version des Messengers. Allerdings hat er in der Vergangenheit schon mehrfach spektakuläre Internet-Dienste angekündigt, aber nicht umgesetzt.

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