Studie : Machen Handys dick und dumm?

Die Nutzung digitaler Medien kann zu Hyperaktivität und Fettleibigkeit führen.
Die Nutzung digitaler Medien kann zu Hyperaktivität und Fettleibigkeit führen.

Die BLIKK-Studie untersucht Auswirkungen der Smartphone-Nutzung auf Kinder.

svz.de von
27. Mai 2017, 07:00 Uhr

Smartphone- und Tablet-Nutzung führen nach einer neuen Studie bei Kindern zunehmend zu Hyperaktivität, Fettleibigkeit sowie Störungen von Konzentration und Sprachentwicklung. Das wurde unserer Berliner Redaktion gestern in Kreisen des Bundesgesundheitsministeriums bestätigt. Die sogenannte „BLIKK-Studie“ zu den Folgen der Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen ist von der Bundesregierung gefördert worden und wird am kommenden Montag präsentiert. Zwei- bis 13-jährige Kinder zeigen laut Studie bei einer täglichen Nutzung digitaler Medien von mehr als einer Stunde motorische Hyperaktivität und Konzentrationsschwäche. Bei über 13-Jährigen stellt die Untersuchung zudem einen erhöhten Genuss von Süßgetränken und Süßigkeiten sowie eine Erhöhung des Body-Mass-Index (BMI) fest. Ein nennenswerter Teil der befragten Jugendlichen gab an, Probleme zu haben, die eigene Internetnutzung zu kontrollieren. Bei Babys und Kleinkindern bis zum Alter von einem Jahr belegen die Ergebnisse Fütter- und Einschlafstörungen, wenn die Mutter während der Säuglingsbetreuung parallel digitale Medien nutzt. „In den Händen von Kleinkindern haben Smartphones und Tablets überhaupt nichts zu suchen“, erklärte Marlene Mortler (CSU), Drogenbeauftragte der Bundesregierung, gestern im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. „Danach müssen Eltern gemeinsam mit den Kindern die digitalen Möglichkeiten und Grenzen kennen lernen. Ich würde das einmal digitale Fürsorge nennen.“ Zuallererst müssten Kinder im wahrsten Sinne des Wortes im realen Leben laufen lernen: „Danach ist es unsere Aufgabe, die virtuelle Welt mit ihnen gemeinsam zu erforschen und sie dabei an die Hand zu nehmen. Wir dürfen Kinder nicht allein in die digitale Welt hineinstolpern lassen, sondern müssen diesen Weg begleiten.“
 

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