Smartphone : Leistung muss nicht teuer sein

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Bei den Smartphones geht es auch preiswerter – Mittelklasse-Geräte erobern den Mobilfunk-Markt

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05. März 2015, 09:55 Uhr

Höher, schneller, weiter – und teurer: So müssen Smartphone-Topmodelle sein. Doch auch wer kein Gerät für mehr als 700 Euro sucht, muss nicht verzweifeln. Es gibt viele neue Mittelklasse-Geräte, die für den Alltag völlig ausreichen.

Auf dem „Mobile World Congress“ in Barcelona stehen traditionell die Smartphone-Flaggschiffe im Mittelpunkt des Interesses. Samsung hat dort sein neues Topmodell Galaxy S6 gleich in zwei Varianten vorgestellt. Die Design-Version mit gebogener Displaykante ist ab 850 Euro zu haben. Und auch das neue HTC One M9 ist mit Preisen ab 750 Euro kein Schnäppchen: Diese Preismarke hatte Apple bereits vergangenes Jahr mit dem iPhone 6 geknackt.

Geht es auch ein wenig preiswerter? Ja, lautet die Antwort zahlreicher Hersteller, die schon im Bereich zwischen 150 und 400 Euro Smartphones in Barcelona zeigen. Sonys Xperia M4 Aqua liefert für knapp 300 Euro LTE, einen schnellen Prozessor und eine 13-Megapixel-Kamera in einer wasserdichten Aluminiumhülle. Auch LG präsentiert eine neue Android-Mittelklasse mit Displaygrößen zwischen 4 und 5 Zoll, Acer das Liquid Jade Z Plus für 230 Euro. Microsoft zeigt mit dem Lumia 640 und dem Lumia 640 XL zwei Windows-Phone-Geräte mit 5 und 5,7 Zoll großem Bildschirm. Die Preise liegen zwischen 160 und 220 Euro. Alcatel hat mit dem One Touch Idol 3 ein 5,5-Zoll-Gerät für knapp 300 Euro dabei. Es kann sich mit seinem Full-HD-Bildschirm und leistungsstarker Hardware mit der Konkurrenz messen. Während die Preise in der Mittelklasse fallen, geht es bei der Bildschirmgröße steil nach oben. Fast jeder Hersteller hat mittlerweile Geräte jenseits der 4,7 Zoll im Angebot. Spätestens seit Einführung des iPhone 6 scheinen die Deutschen ihre Zurückhaltung für große Geräte abgelegt zu haben. Medion reagiert darauf mit einem neuen Sechszoller. Das Life X6001 hat für knapp 350 Euro nicht nur einen großen Bildschirm, sondern lässt sich auch drahtlos laden.

Speziell an ältere Nutzer ab 60 Jahren, die mit dem Smartphone starten wollen, richtet sich der Hersteller Emporia mit dem EmporiaSmart. Das 4,5-Zoll-Smartphone mit angepasster Benutzeroberfläche auf Android-Basis enthält spezielle Lernprogramme, die den Einstieg erleichtern sollen. Und wer lieber mit Tasten wählt, kann eine klappbare Hülle mit großen Tasten anstecken. Ein gemeinsam mit der Deutschen Seniorenliga zusammengestelltes App-Angebot bringt bereits die wichtigsten Funktionen mit – ohne dass Nutzer sich registrieren müssen. Der Preis: etwa 300 Euro.

Abseits der großen Stände und Messehallen zeigt der Hersteller Yezz in einem Glaskasten den ersten Prototyp eines Smartphones, das Nutzer später aus verschiedenen Einzelblöcken ganz nach ihrem Geschmack und Bedarf zusammensetzen können – ausfallene Funktionen wie Solarmodul für den Akku inklusive. „Es wird das erste zukunftsfähige Smartphone der Welt“, glaubt Michael Swan von Yezz. Schließlich ließen sich dank des modularen Konzepts defekte Teile durch neue ersetzen, ohne gleich ein  Neugerät kaufen zu müssen. Timm Hoffmann vom IT-Branchenverband Bitkom sieht für modulare Smartphones auch auf dem deutschen Markt gute Chancen. „Das Konzept ist sehr spannend“, sagt er. „Bei den Verbrauchern wächst das Bewusstsein für Nachhaltigkeit.“ Im April beginnt der erste Markttest im Ausland.

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