Schwachstellen : Kriegsführung im Cyberspace

Cyber-Kriminelle müssen nicht vor Ort sein, um wertvolle Daten zu stehlen – digitale Attacken nehmen zu.
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Cyber-Kriminelle müssen nicht vor Ort sein, um wertvolle Daten zu stehlen – digitale Attacken nehmen zu.

IT-Sicherheitskonferenz sieht wachsende Gefahr durch Angriffe über das Internet – und warnt vor Schwachstellen

svz.de von
03. November 2014, 21:01 Uhr

Schwachstellen in Computersystemen stellen Unternehmen, aber auch Staaten, vor wachsende Herausforderungen, haben Experten zu Beginn einer Konferenz für IT-Sicherheit in Bonn gewarnt.

„Die Bedrohung für die Sicherheit unserer Daten und unserer digitalen Infrastruktur wächst Jahr um Jahr“, sagte Timotheus Höttges, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, zum Auftakt des „Cyber Security Summit“. Die Sorge von Nutzern um die Sicherheit ihrer Daten bremse das Wachstum der IT-Branche. Auch Staaten werden vermehrt mit digitalen Bedrohungen konfrontiert. „Es ist eine ganz neue Form der Kriegsführung“, sagte Sorin Ducaru, der das Verteidigungsbündnis Nato zu neuen Sicherheitsgefahren berät. Er berichtete von immer geschickterer Manipulation von Informationen, die auch über soziale Netzwerke verbreitet werde. Die Nato sei auch für Verteidigung im 
Cyberspace verantwortlich, betonte Ducaru.

Der Vorsitzende der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, mahnte den Schutz von wichtiger Infrastruktur gegen digitale Attacken an. Cyberangriffe, „rücken auf der sicherheitspolitischen Prioritätenliste ganz nach oben“, sagte Ischinger.

Beim Schutz von Computersystemen und Software warnte der Sicherheitsexperte Andy Müller-Maguhn vor Schwachstellen auch in vermeintlich sicheren Programmen. Der NSA-Skandal habe gezeigt, dass Firmen unter Umständen gesetzlich verpflichtet werden können, Daten weiterzugeben oder Geheimdiensten den Zugriff zu ermöglichen. „Es ist also ganz wichtig, dass die Verlässlichkeit von Verschlüsselung überprüft werden kann“, sagte Müller-Maguhn. Unabhängige Fachleute sollten Verschlüsselungscodes auf Hintertüren abklopfen können.

Die Telekom und die Münchener Sicherheitskonferenz veranstalteten den „Cyber Security Summit“ zum dritten Mal.

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