Günstig zum neuen Akku : Kraftspende für Handy und PC

<p>Akku raus bei Netzbetrieb: Wer seinen Laptop am Strom angeschlossen hat, sollte den Akku entfernen.</p>

Akku raus bei Netzbetrieb: Wer seinen Laptop am Strom angeschlossen hat, sollte den Akku entfernen.

Ob Smartphone oder Laptop: Irgendwann macht jeder Akku schlapp. Sind günstige Nachbauten eine Alternative oder brandgefährlich?

svz.de von
24. September 2015, 21:00 Uhr

Das Smartphone fordert alle paar Stunden die Steckdose, das Notebook hält ohne Netzteil nur noch wenige Minuten durch. Also höchste Zeit für neue Akkus. Doch Original-Ersatz ist teuer, Nachbauten gibt es im Internet für viel weniger Geld.  Kann man da bedenkenlos zugreifen?

Zumindest im Neuzustand können manche Ersatz-Akkus es  mit Original-Batterien aufnehmen, wie das „c't“-Magazin bei einem Test ermittelt hat. Einige Nachbau-Akkus hielten genauso lange durch wie das Original, einige sogar länger .  „Wir haben festgestellt, dass Nachbau-Akkus in der Regel schneller altern als die Originale“, schränkt „c't“-Redakteur Christian Wölbert aber ein. Während die Originale im Test nach eineinhalb Jahren typischer Nutzung meist noch mindestens 80 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung boten, lag die Kapazität der Konkurrenz-Produkte nach dieser Zeit meist deutlich darunter. Für Nutzer, die damit leben können, dass der Akku etwas schneller altert, seien die Nachbauten aber eine günstige Alternative, meint Wölbert.

Auch Jürgen Ripperger vom Elektrotechnik-Verband VDE rät nicht generell von Nachbau-Akkus ab. „Wenn der Gerätehersteller die Nachbauten freigegeben hat, dann kann man zugreifen.“ Setzt man einen nicht freigegebenen Energiespeicher in Kamera oder Handy ein, erlösche die Produkthaftung des Geräteherstellers. Die Gefahr, dass Ersatz-Akkus explodieren, ist zudem gering, schreibt die „c't“.

Doch was ist eigentlich ein guter Nachbau-Akku und was ein schlechter? „Das lässt sich pauschal nicht sagen“, erklärt Wölbert. Während die Akkus einer Charge gute Leistung liefern, kann dies bei der nächsten schon anders aussehen. Wer einen Nachbau-Akku  bestellt, sollte darauf achten, dass der Händler in Deutschland oder in der EU sitzt.

Aber auch beim Kauf von Original-Akkus ist Vorsicht geboten: Viele vermeintliche Originale, die im Netz deutlich günstiger angeboten werden, sind offenbar gefälscht. Das zeigte jüngst ein „c't“-Testkauf von zwölf als original gekennzeichnete Smartphone-Akkus. Das Ergebnis: Alle Akkus waren Fälschungen.

Doch selbst wenn man ein echtes Schnäppchen gefunden hat, gilt: Auf Vorrat kaufen ist keine gute Idee. Weil auch unbenutzte Akkus altern. Grundsätzlich verlangen Lithium-Ionen-Akkus, die in den meisten modernen Mobilgeräten werkeln, eine gewisse Pflege. Damit der Notebook-Akku nicht zu schnell altert, sollte man ihn entfernen, wenn das Gerät am Netzteil hängt, rät Wölbert. Auch vor extremer Witterung sollte man Akkus schützen: “Zu warm, zu kalt, zu feucht: Das mag der Akku nicht„, sagt VDE-Experte Ripperger.

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