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Digital

15. Dezember 2017 | 14:53 Uhr

Überblick : Kostenfallen im Mobilfunk

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Für einen festen Betrag im Monat kostenlos telefonieren, SMS schreiben und surfen: Vorsicht vor versteckten Extrakosten

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Mobilfunkanbieter bieten oftmals Rund-um-Sorglos-Pakete: Freiminuten, Frei-SMS, Inklusiv-Volumen, entweder als Vertrag oder Prepaid-Paket ohne lange Laufzeitbindung. Wer glaubt, nach Abschluss von so einem Angebot vor Extrakosten sicher zu sein, kann sich irren - und erlebt beim Blick auf die Rechnung am Monatsende böse Überraschungen. Einige Kostenfallen im Überblick:

Anschlussgebühr

Viele Anbieter verlangen zum Vertragsbeginn eine einmalige Anschlussgebühr. Die liegt nicht selten bei bis zu 30 Euro. Damit soll der administrative Aufwand aufgefangen werden, den der Anbieter mit dem Neukunden hat. Immerhin gibt es immer wieder Aktionen, bei denen Anbieter auf diese Gebühren verzichten.

Datenautomatik

Sie wird als Komfort beworben, ärgert aber viele Verbraucher. Statt nach Verbrauch des vertraglichen Datenvolumens mit gedrosselter Geschwindigkeit bis zum Monatsende weiter zu surfen, bucht der Anbieter einfach neues Volumen auf - gegen Gebühr, versteht sich und im Verhältnis deutlich teurer als das gebuchte Monatsvolumen. „Das ist im Vertrag geregelt“, erklärt Miriam Rusch-Rodosthenous von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Den sollte man genau lesen, um auf so eine Überraschung gefasst zu sein. Anbieter informieren über eine Buchung, meist per SMS. Dann sollte man sofort widersprechen, falls man das Extra-Volumen nicht möchte. Auf welchem Weg das geht, ist von Anbieter zu Anbieter anders. Manchmal ist die Automatik jedoch ein unumstößlicher Vertragsbestandteil.

Tarifanpassung

Mitunter passen Anbieter Tarife automatisch dem Verhalten ihrer Nutzer an. Ein Beispiel: Wer dreimal in Folge sein monatliches Datenvolumen erschöpft hat, wird automatisch in den nächsthöheren Tarif mit mehr Megabyte-Ressourcen gebucht. „Sofern dass im Vertrag geregelt ist, ist das zulässig“, erklärt Prof. Niko Härting, Rechtsanwalt und Mitglied im Informationsrechtsausschuss des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Da bleibt nur der Widerspruch beim Anbieter verbunden mit der Aufforderung, in die alte Tarifstufe zurückversetzt zu werden.

Rechnungen

Selbst für die Zahlungsaufforderung wollen einige Anbieter Geld. Zumindest dann, wenn sie die ausgedruckt auf dem Postweg schicken müssen, statt sie per E-Mail zu übermitteln. „Das ist nicht zulässig“, sagt Rusch-Rodosthenous und verweist auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2014. Nur Anbieter, die ihre Produkte ausschließlich über das Internet anbieten, sind von dieser Entscheidung ausgenommen.

Drittanbieter-Abos

Beim Blick auf die monatliche Vertragsrechnung wird man plötzlich stutzig. Wieso will der Anbieter fünf Euro mehr haben? Doch das Geld will gar nicht der Anbieter, sondern ein Drittanbieter - und zwar für ein WAP-Abo. Vielen fällt gar nicht auf, wenn sie so ein Abo abschließen. Nur einmal versehentlich auf ein Werbebanner geklickt, schon kann es passiert sein. Das Tückische: Die Drittanbieter lassen die Abo-Kosten über den Mobilfunkanbieter abbuchen. Schutz dagegen bietet nur eine Drittanbietersperre. „Die sollte man sich bei Vertragsabschlüssen immer gleich einrichten lassen“, empfiehlt Rusch-Rodosthenous. Man kann sie mitunter auch selbst im Internet-Serviceportal des Anbieters aktivieren.

Anrufpreise

Viele Verträge und Prepaid-Angebote bieten eine bestimmte Anzahl Freiminuten. Wenn die aufgebraucht sind, gelten die Standardpreise des Anbieters. „Bei Discountern im Prepaid-Bereich sind es häufig 9 bis 15 Cent pro Minute, bei Verträgen 19 bis 29 Cent pro Minute“, sagt Hansen. Ein Blick in die Preisliste genügt, um den Minutenpreis herauszufinden. Wer oft ins Ausland telefoniert, muss vor Vertragsabschluss oder Prepaid-Karten-Kauf die Preisliste studieren und schauen, wo sich seine Zielländer da einsortieren. Entgegen dem Roaming innerhalb der EU sind Anrufpreise ins Ausland generell nicht reglementiert, sagt Hansen. Wer bereits einen Laufzeitvertrag hat, für den kann sich laut Hansen unter Umständen eine zweite Sim-Karte für Auslandstelefonate lohnen.

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