Retrogames : Klassiker ganz neu erleben

Rette die Prinzessin: „Prince of Persia“ gab es früher als DOS-Version und heute auch auf Mobilgeräten.
Rette die Prinzessin: „Prince of Persia“ gab es früher als DOS-Version und heute auch auf Mobilgeräten.

Was früher gut war, kann doch heute nicht schlecht sein: Pixelige Klassiker machen noch immer Spaß

svz.de von
06. Juni 2016, 21:00 Uhr

Auch wenn die Technik gewaltige Sprünge gemacht hat, bereiten Pixelspiel-Klassiker von einst immer noch Spaß. Viele haben Jahrzehnte nach ihrem Erscheinen den Sprung auf das Smartphone und Tablet geschafft – mal mit Facelift, mal völlig unberührt. Eine Auswahl in chronologischer Reihenfolge:

Als 1978 „Space Invaders“ erschien, waren die Schlangen vor den Arcade-Automaten lang. Das simple Prinzip: Horden von Aliens rücken unaufhaltsam Richtung Erde vor. Mit einer kleinen Kanone am Bildschirmrand muss der Spieler sie aufhalten. Klingt leicht, aber die Aliens werden immer schneller. Der aktuelle Nachfolger „Space Invaders Infinity Gene“ verknüpft den Klassiker mit der Moderne. Das Spiel fängt originalgetreu an, doch nach dem ersten Level entwickelt es sich weiter und zeichnet so die Evolution der Videospiele nach. Die Weltraumschlacht ist für fünf Euro auch auf Smartphones zu haben.

Wer einmal ein Nokia-Handy besessen hat, der hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch „Snake“ gespielt. Eigentlich ist das Game rund um die immer länger werdende Schlange viel älter, aber erst auf den kleinen Handy-Displays wurde es Kult. Schon seit 1979 frisst sich die Schlange über Bildschirme und darf dabei nicht den Rand oder den eigenen Schwanz berühren. Wie bei den meisten Klassikern, gibt es auch hier zahlreiche Klone. Gut und gratis sind etwa „Snake ’97: der Retro-Klassiker“ (Android) oder „Snake for iOS – The Classic Arcade Game“.

Warum die ollen Kamellen von früher auch heute noch funktionieren, erklärt sich Shahzad Sahaib so: „Die Kinder von früher spielen noch immer oft die Spiele, die sie damals geliebt haben.“ Und mehr noch: „Diese Kinder haben mittlerweile schon selbst Kinder und versuchen ihnen das Lebensgefühl von damals zu vermitteln, wodurch sich der Kreis schließt“, sagt Sahaib, Autor beim auf digitale Retro-Trends spezialisierten „Retro“-Magazin.

Und so verhält es sich vielleicht auch mit dem unersättlichen gelben Ball, der 1980 die Spielhallen eroberte. „Pac-Man“ frisst sich durch ein Labyrinth und wird dabei von den vier Geistern Blinky, Pinky, Inky und Clyde verfolgt. Die können aber selbst zu Gejagten werden, wenn Pac-Man eine der vier Pillen in den Bildschirmecken frisst. Zum 35. Geburtstag hat Ban-dai Namco dem Klassiker im vergangenen Jahr mit der „Pac-Man Championship Edition DX“ für fünf Euro ein mobiles Jubiläumspaket mit 132 Level in drei Spielmodi geschnürt.

Dass es nicht viel Handlung braucht, um zum Dauerbrenner zu werden, beweist „Tetris“. 1984 entwickelte der Russe Alexei Paschitnow das zunächst unscheinbare Spiel. Als fünf Jahre später der Game Boy erschien, dem das Spiel beilag, war auf einmal die ganze Welt süchtig nach den fallenden Blöcken, die lückenlos angeordnet werden müssen. Der Klassiker wurde seitdem für so ziemlich jede denkbare Plattform veröffentlicht, natürlich auch für Smartphones. Das Original ist für Android kostenlos, für iOS werden zwei Euro fällig.

„Prince of Persia“ hob dann 1989 Computerspiele auf ein neues Level. Damals überzeugte es durch tolle Grafik mit ungewohnt geschmeidigen Animationen. Die Geschichte vom Prinzen, der innerhalb von 60 Minuten zahlreiche Gefahren überwinden muss, um seine Prinzessin zu retten, zog Spieler in ihren Bann. Ubisoft hat das Original behutsam restauriert und für Mobilgeräte wieder veröffentlicht.

Und auch in Zukunft dürfen Gamer sich auf viele neue Mobil-Umsetzungen alter wie neuer Klassiker freuen. Denn das Geschäft mit ihnen boomt.

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