Digitales Spielzeug : Kinder-Klassiker als App

Janosch fürs Tablet: Eine gute App für den Nachwuchs zu finden, ist nicht immer leicht.
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Janosch fürs Tablet: Eine gute App für den Nachwuchs zu finden, ist nicht immer leicht.

Das Angebot digitaler Spielzeuge ist heute breiter und vielfältiger als je zuvor: Worauf Eltern bei der Auswahl achten müssen

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26. Juni 2016, 21:00 Uhr

Ein Schwung Holzspielzeug, Bauklötze und eine Horde Kuscheltiere: So sahen Kinderzimmer früher aus. Heute gehören dort aber auch Smartphone und Tablet zum Bild. Kleine Programme zum Spielen und Lernen gibt es inzwischen schon für Dreijährige. Und immer öfter werden Bücher oder Brettspiele mit Apps kombiniert.

Auf Spielzeug- und Spielemessen wurden in den vergangenen Jahren immer reichlich neue digitale Ideen präsentiert. Inzwischen ist der Neuheitensturm aber etwas abgeebbt, sagt Experte Thomas Feibel. „Die Vielfalt im App-Angebot ist zurzeit ein Wahnsinn, da stellt sich langsam eine Ermüdung ein“, sagt Feibel, der mit seinem Büro für Kindermedien den Deutschen Kindersoftwarepreis Tommi veranstaltet. „Auch die Zeiten der ganz großen Innovationen sind vorbei.“ Was auch daran liegen mag, dass scheinbar alles schon erfunden ist. So gibt es inzwischen zum Beispiel Kinderbücher wie die „LeYo!“-Reihe von Carlsen, in der junge Leser mit der Smartphone-Kamera auf die Suche nach versteckten Inhalten und kleinen Überraschungen gehen. Augmented Reality nennen Experten die Technologie.

Auch Brettspiele sind längst aufs Smartphone gewandert.

Und etwas Ältere steuern mit

Elektro-Spielzeug wie „Anki Overdrive“ sogar Rennautos per App. Gerade solche Ideen sind zurzeit sehr populär, sagt Thomas Feibel – nicht nur mit Rennautos, sondern etwa auch mit Drohnen. „Das sind oft geniale Sachen, allerdings oft auch sehr teuer.“

Deutlich günstiger oder sogar kostenlos sind dagegen Kinder-Apps ohne Zubehör. Das Problem hier ist eher die Breite des Angebots. „Da muss man schon ein bisschen gucken und recherchieren“, sagt Martina Holler. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Felicitas Haas stellt sie auf ihrem Blog „Ene Mene Mobile“ gelungene Apps für Kinder und Jugendliche vor. Denn auf die Empfehlungen von App Store, Google Play und Co können sich Eltern nur begrenzt verlassen, findet Holler. Die App-Store-Empfehlungen etwa seien zwar besser geworden: „Da werden aber noch immer zu wenig oder immer die gleichen Apps empfohlen.“ Was schade ist angesichts der gigantischen Vielfalt. „Es gibt Apps zum Spielen und zum Lernen, es gibt Rätsel- und Wimmelbuch-Apps oder Kinderbuchklassiker“, zählt Holler auf. Gerade bei den Apps für Kleinere lassen sich Spiele dabei kaum von Lern-Apps oder virtuellen Bilderbüchern trennen. Die digitale Version des Janosch-Klassikers „Oh, wie schön ist Panama“ enthält zum Beispiel auch ein paar kleine Spiele, das App-Sachbuch

„Zu einer guten App gehört zum Beispiel, dass sie die technischen Möglichkeiten eines Tablets oder eines Smartphones nutzt“, findet Holler. Sehr knappe oder schlecht übersetzte App-Beschreibungen ohne Vorschauvideo oder -bilder sind dagegen kein gutes Zeichen. Natürlich sollten Eltern auch darauf achten, dass Apps ihre Kinder nicht mit Werbung oder In-App-Käufen bombardieren. „Gerade Gratis-Apps finanzieren sich aber oft so“, sagt Holler. Ein Grund, warum die Expertin eher zu Bezahl-Apps rät.

Tobias Hanraths

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