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Das Internet vergisst nichts : Kinder als Datensammler

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Richtige Einstellungen für Internetbrowser wählen / Das Internet vergisst nichts

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2015 | 04:00 Uhr

Ob beim Surfen, in sozialen Netzwerken oder bei Apps: Gerade Kindern ist oft nicht bewusst, wie, wo und welche Daten sie hinterlassen und wo diese kursieren können.

„Schau Hin!“-Mediencoach Kristin Langer warnt vor allzu hemmungslosem Mitteilungsdrang im Netz. Daten können endlos im Internet kursieren und durch Dritte verbreitet werden. Ratsam ist, schon Surfanfänger für einen sorgsamen Umgang mit eigenen Daten zu sensibilisieren.
Die Registrierung bei Diensten und das Einrichten von Konten sollte bei Surfanfängern Elternsache sein. Vorsicht geboten ist besonders bei Suchmaschinen, sozialen Netzwerken und Apps, die häufig Daten speichern und weitergeben. Zuerst sollten Eltern genau die AGB prüfen, denn oft stimmen Nutzer mit der Nutzung den AGB zu. Vor der Installation und bei jeder Aktualisierung einer App ist darauf zu achten, welche Zugriffsrechte die Dienste auf Adressbuch oder private Daten anfordert.

Um Spuren im Netz zu verwischen, kann man im Browser einen sicheren Modus einstellen, die Suchchronik löschen und „Cookies“ ausschalten. Gute Kinderseiten und -suchmaschinen sammeln keine bis wenige nutzerbezogene Daten.

Nutzer können zwar bei Anbietern Auskunft über ihre gespeicherten Daten verlangen, deren Nutzung widersprechen und deren Sperrung oder Löschung fordern, jedoch gerade bei ausländischen Diensten nicht sichergehen, dass diese auch vollständig gelöscht werden. Wichtig ist, sich bei schweren Fällen von Datenmissbrauch wie die unerlaubte Weitergabe oder das gezielte Ausspionieren an die Verbraucherzentrale (www.surfer-haben-rechte.de) zu wenden.

In den Einstellungen des mobilen Geräts können Eltern verhindern, dass Apps automatisch Daten synchronisieren, empfangen und versenden. Schau Hin! rät, geeignete Angebote zu wählen, die keine sensiblen Daten abfragen, die Nutzungsbedingungen zu lesen, Profile gemeinsam mit dem Kind einzurichten und möglichst wenig persönliche Angaben machen.   So sollte der Nutzername keinen Bezug zum tatsächlichen Namen oder Alter haben. Wichtig ist ein Blick in die Privatsphäreeinstellungen, um zu prüfen, wer welche Angaben sehen kann.

Ein sicheres Passwort enthält keine persönlichen Daten und einen Mix aus Klein- und Großbuchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen. Um sich das Passwort gut zu merken, kann man es aus einem Satz ableiten: Aus "99 Luftballons auf ihrem Weg zum Horizont" wird so etwa "99LaiWzH". Passwörter sind nirgends zu speichern und oft zu ändern.
Wichtig ist, dass Eltern mit ihren Kindern über den Schutz persönlicher Daten sprechen und auf mögliche Risiken bei der Weitergabe hinweisen. Hierzu zählen Name, Telefonnummer, Adresse, Geburtsdatum, aber auch Bilder und Videos sowie Passwörter. Besonders Bilder des Kindes oder dessen Freunde sind schutzbedürftig.

Datenschutz klingt für Kinder trocken. Anschauliche Vergleiche helfen beim Erklären. So hängt niemand Plakate mit privaten Bildern oder Briefe an öffentliche Plätze und bespricht Vertrauliches vor Fremden. Oder man gestaltet das Vermeiden und Verwischen von Datenspuren als Detektivspiel.

 

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