Online-Käufe : Kaum Fallen mehr beim Einkauf

Das Einkaufen im Internet wird immer beliebter.
1 von 2
Das Einkaufen im Internet wird immer beliebter.

Verbraucher sind mit Entwicklung zufrieden, Handel bleibt skeptisch

von
12. Juni 2015, 21:00 Uhr

Ein Jahr nach Inkrafttreten neuer Regeln für Online-Käufe ziehen Verbraucherschützer und Händler eine vorsichtig positive Bilanz.

Es gebe „erstaunlich wenig Beschwerden“, sagte Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern der Deutschen Presse-Agentur. Die meisten Anbieter hätten die Anforderungen relativ zügig umgesetzt. Auch die Zertifizierungsstelle Trusted Shops, die Gütesiegel an Online-Händler vergibt, bewertete die Reform „unter dem Strich als gelungen“. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hält die Vorgaben dagegen für „praxisfern und nicht rechtssicher umsetzbar“.

Am 13. Juni 2014 war eine EU-Richtlinie, die Verbraucher besser vor versteckten Kosten und Klauseln schützen soll, ins deutsche Recht umgesetzt worden. Veränderungen gab es in vielen Einzelpunkten. Unter anderem sind Online-Shops seither verpflichtet, Kunden mindestens eine kostenlose Zahlweise anzubieten. Zusatzleistungen, die extra kosten, dürfen nicht automatisch mit einem Häkchen vorausgewählt sein. Die Kosten für Rücksendungen allerdings können grundsätzlich den Kunden auferlegt werden.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die Umsetzung in einem Praxistest überprüft und nach eigenen Angaben mindestens 42 Abmahnungen ausgesprochen, in rund 17 Fällen sei Klage erhoben worden. Beanstandet wurde etwa, dass Online-Reisebüros ihren Kunden keine kostenfreie Zahlungsmöglichkeit anboten. Bei einigen Telekommunikations-Anbietern ließen sich die AGB nicht abrufen.

Für ein abschließendes Fazit sei es aber noch zu früh.

In einer Umfrage von Trusted Shops unter den zertifizierten Online-Händlern war jeder Zweite der Ansicht, dass Kunden und Händler gleichermaßen von den Änderungen profitierten.

Zu dem Stimmungsbild ein Jahr nach der Reform trugen 120 Händler bei. Nur 17 Prozent von ihnen sehen negative Auswirkungen auf das eigene Geschäftsmodell.

Gut drei Viertel der Shops gaben an, dass sie die Rücksendekosten nicht freiwillig übernehmen. Auf die Zahl der Retouren oder Bestellungen hat sich das den Angaben zufolge aber nur in der Minderzahl der Fälle ausgewirkt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen