Sexualität im internet : Jugend braucht auch „Pornokompetenz“

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Jugendliche brauchen nach Ansicht von Pädagogen Hilfe im Umgang mit Pornografie.

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27. März 2014, 00:00 Uhr

Jugendliche brauchen nach Ansicht von Pädagogen Hilfe im Umgang mit Pornografie. „Die Kinder müssen Fragen stellen dürfen, da hilft kein verschämtes Wegducken“, sagte die Rostocker Pädagogin Katharina Zillmer von der Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung MV. Angelehnt an den Begriff der Medienkompetenz bräuchten sie eine „Pornokompetenz“. Dabei müsse klar sein, dass Verbote nichts nützen.

„Pornografie ist allgegenwärtig, zusätzlich birgt alles Verbotene einen noch höheren Reiz“, erklärte Zillmer.

Trotz einer angeblich immer freizügigeren Gesellschaft sei das Thema Sexualität und Pornografie hochbelastet. Dies zeigten die erbitterten Diskussionen in Baden-Württemberg, wo sexuelle Vielfalt in den Lehrplänen verankert werden soll.

Viele Kinder kämen schon mit elf Jahren mit Pornos im Internet in Berührung. „Sie sind meist zunächst überfordert“, sagte Zillmer. Die Reaktionen reichten von schockiert und erschrocken bis hin zu äußerlich völlig cool und abgebrüht.

Mit zunehmendem Alter kämen Fragen zu bestimmten Sexualpraktiken. „Die Jugendlichen brauchen dann einen Raum, in dem alle Fragen gestellt werden dürfen und sie sich sicher sein können, dass die Probleme in diesem Kreis bleiben.“

In den wenigsten Fällen seien Eltern die ersten Ansprechpartner. Meist ist es der Freundeskreis, aber auch Lehrer und Schulsozialarbeiter könnten eine wichtige Funktion erfüllen.

Erwachsene sollten die Jugendlichen ernst nehmen. „Das heißt auch, nicht immer gleich Antworten parat haben zu müssen.“

Kindern müsse klargemacht werden, dass Pornografie mit dem Leben und der Liebe wenig zu tun haben. So seien Pornoschauspieler gecastet, zum Beispiel nach Aussehen und Figur. Trotzdem seien pornografische Darstellungen per se nicht schädlich, betonte Zillmer.

Dafür müsste aber der soziale Hintergrund der Kinder in Ordnung sein. Zudem zeigten die Erfahrungen, dass viele jungen Erwachsenen sagen, dass sie früher viel Pornos geschaut hätten – was nun aber der Vergangenheit angehöre.

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