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Regeln für Youtuber : Ist das schon Werbung?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Videos, in denen aktuelle Produkte vorgestellt und getestet werden, liegen im Trend – doch es gibt auch Regeln für Youtuber

Sie spielen Videospiele, erklären das Weltgeschehen oder besprechen Themen rund um Schule, Schönheit und Liebe: Mit Youtube-Kanälen wie „Pietsmiet“, „LeFloid“ oder „Bibis Beauty Palace“ erreichen ihre Betreiber Millionen junger Internetnutzer. Eine Reichweite, die Verantwortung mit sich bringt. Was sie sagen, hat Einfluss – das wissen auch Unternehmen: „Inzwischen steckt viel Geld im Youtuber-Markt“, sagt Stephan Dirks, Anwalt für Medienrecht in Kiel. „Das ist ganz gefährlich.“ Viele der Firmen, die die sogenannten Influencer als Botschafter nutzen, täten gern so als wäre es selbstverständlich, Werbebeiträge nicht zu kennzeichnen. „Natürlich deswegen, weil Werbung umso wirkungsvoller ist, je weniger sie als solche zu erkennen ist.“

Doch genau damit machen sich Youtuber strafbar – unabhängig davon ob ihnen wenige Hundert oder gar ein paar Millionen Nutzer folgen. Dabei ist es auch egal, ob man fremde Produkte bewirbt oder seine eigenen Dienste in einem Videoclip anpreist. Die Landesmedienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) hat in dieser Woche Ermittlungen gegen den Hamburger Youtuber „Flying Uwe“ eingeleitet. Er präsentiere – so der Vorwurf – in seinen Videos Eigenprodukte, ohne dies als Werbung zu kennzeichnen.

Doch wann muss man Werbung eigentlich kennzeichnen? „Wenn etwas den Anschein von Neutralität erweckt, muss jeder die Möglichkeit haben, zu überprüfen welche Interessenlagen eine Rolle spielen“, sagt Dirks. Stellt ein Unternehmen ein Produkt, das dann im Video erwähnt wird, kostenlos zur Verfügung, muss das als Werbung kenntlich gemacht werden, heißt es von Seiten der MA HSH. „Auch wenn ein Unternehmen nicht explizit eine Forderung formuliert, wird oft Berichterstattung stillschweigend vorausgesetzt“, warnt Dirks. „In dem Moment, in dem man eine Gegenleistung bekommt, ist es auf jeden Fall Werbung.“ Aus eigenem Antrieb gekaufte Produkte dürfen hingegen besprochen werden, erklärt die MA HSH. Hier könne ein werbliches Interesse von Unternehmen ausgeschlossen werden. Werbung kenntlich machen könnten Youtuber beispielsweise, indem sie Hinweise einblenden oder mündlich erklären, was es mit der Produktbesprechung auf sich hat, rät Dirks. Wichtig sei, dass jeder Nutzer mitbekommt, wer ein Interesse an der Aussage hat, die da getroffen wird. Geschieht das nicht, macht man sich angreifbar.

Natürlich werde nicht jeder Youtuber ohne Anlass von der zuständigen Aufsichtsbehörde geprüft, weiß Dirks – das sei eine Frage der Kapazität. Doch auch unter Youtubern gehe es zu wie in anderen Branchen auch: Hält sich ein Konkurrent nicht an die Regeln, nutzen die Mitbewerber das möglicherweise aus und schwärzen ihn bei der zuständigen Aufsichtsbehörde an. „Man sollte sehr darauf achten, dass man sich rechtskonform verhält“, sagt Dirks. Eine Abmahnung könne auch schnell mal 1000 Euro kosten. Ganz hilflos sind aber auch Youtube-Neulinge nicht: Online gebe es viele Möglichkeiten, sich zu informieren wie Blogs von Juristen oder Leitfäden von Landesmedienanstalten, rät Dirks. „Es gibt keinen Welpenschutz für Schüler.“

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