Neues aus der Technikwelt : iPad Pro ist kein Notebook-Ersatz

Zeichnen auf dem Bildschirm funktioniert - gegen Aufpreis - mit einem Zeichenstift.
Zeichnen auf dem Bildschirm funktioniert - gegen Aufpreis - mit einem Zeichenstift.

Wenn Apple-Chef Tim Cook unterwegs ist, nimmt er keinen Laptop mehr mit: Das kann das neue Mega-Tablet seiner Firma

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18. November 2015, 15:46 Uhr

„Warum sollte man sich noch einen PC kaufen?“ Für Apple-Boss Tim Cook scheint das Ende des Computers schon fast beschlossene Sache zu sein. „Ich reise mit dem iPad Pro. Und außer dem iPhone habe ich kein weiteres Gerät dabei“, sagte Cook, als er zur Vorstellung des neuen Mega-Tablets in Großbritannien war.

Allein von den Maßen her, spielt das iPad Pro in der Liga der Notebooks mit. 12,9 Zoll misst der Bildschirm in der Diagonalen. Das ist mehr als beim aktuellen Macbook-Modell. Auch bei der Leistung des Hauptprozessors muss sich das iPad nicht hinter herkömmlichen PCs verstecken. Dennoch gilt die verwendete Chip-Architektur von ARM generell als weniger leistungsstark als die herkömmlichen PC-Chips der x86er-Architektur. Der im iPad Pro verbaute Apple-Chip A9X erreicht auf dem Messstand die Werte eines Mittelklasse-Notebooks, bei der Grafik-Leistung eilt das große iPad sogar dem MacBook Pro davon.

Beim Anschauen von Filmen glänzt das Tablet. Dazu trägt nicht nur die Darstellungs-Qualität des Displays bei, das liegt auch an den vier Lautsprechern, die sich an den Ecken des Riesen-iPads befinden. Beim Lesen von E-Books ist die große Anzeige aber eher hinderlich. Über einen längeren Zeitraum hinweg kann man das Gerät nicht mit einer Hand halten. Die leichteren iPad-Modelle sind da klar im Vorteil.

Für Vieltipper hat Apple - gegen 179 Euro Aufpreis - mit dem Smart Keyboard eine Mischung aus Schutzhülle und Tastatur im Angebot. Es wird über den sogenannten Smart Connector angeschlossen, der es auch mit Strom versorgt. Im Test überzeugte es nicht. Zum einen liefert Apple seine Tastatur bislang nur im US-Layout QWERTY aus. Außerdem ist der Druckpunkt der Tasten für Vielschreiber reichlich unpräzise.

Designer, Zeichner und andere Kreative werden den Digitalstift schätzen. Mit ihm kann man auf dem Bildschirm malen, schreiben und zeichnen. Designer loben die Qualität des Pencil beim Zeichnen, vermissen aber in den Adobe-Apps Funktionen, die sie von den Mac-Versionen her gewohnt sind. Leider kann der 109 Euro teure Pencil nirgendwo magnetisch angedockt werden.

Fazit: Mit dem neuen iPad Pro hat Apple einen Tablet-Computer auf den Markt gebracht, der in vielen Details überzeugen kann. Für etliche Anwender könnte er ein Notebook ersetzen, wenn es um Aufgabengebiete wie E-Mails, Websurfen und kreative Aufgaben geht.

Wer intensiv mit Tabellenkalkulationen arbeitet oder Inhalte zwischen verschiedenen Dokumenten austauscht, findet aber keinen perfekten PC-Ersatz. Zwar bietet das neue Betriebssystem iOS 9 inzwischen einen „Split View“ an, bei dem sich zwei Dokumente nebeneinander darstellen und Inhalte übertragen lassen. Der Modus wird aber längst nicht von allen iOS-Programmen unterstützt.

Mit dem hervorragenden Display und dem ausdauernden Akku schlägt das iPad pro herkömmliche Laptops in einigen Disziplinen. Man kann das Tablet als Navigationsgerät einsetzen und mit einer Mobilfunk-Option unkompliziert überall online bringen. Dafür fühlt sich die Kombination aus Tablet und Tastatur auf dem Schoß eher wackelig an. Selbst die Logitech-Tastatur bietet keine Vorteile gegenüber Notebook-Tastaturen. Tastatur und Tablet zusammen wiegen dann auch beinahe so viel wie ein Macbook Pro.

Mit 32 GB Speicher und WLAN kostet das günstigste iPad Pro 899 Euro. Für die Variante mit mehr Speicher verlangt Apple 1079 Euro, für das LTE-Modell werden sogar 1229 Euro fällig.

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